SSE 2018 – umfangreiche Baumaßnahmen

Autor: Mirko Seifert

Laut einem Bericht der Berlin Senatsverwaltung für Inneres und Sport vom 29.9.2017 stehen umfangreiche Baumaßnahmen in Deutschlands größter und meistgenutzter Schwimmhalle, der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE), an. Die Bauarbeiten könnten im 2. Halbjahr 2018 beginnen und werden voraussichtliche mehrere Monate dauern.

Die Baumaßnahmen im Einzelnen
Der Zuschuss an die Berliner Bäderbetriebe für Baumaßnahmen in der SSE beträgt vom Senat 3,10 Mio. Euro (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds, Ansatz 2017)

Das Vorhaben ist für das Haushaltsjahr 2018, allerdings noch ohne formale Zustimmung des BMI, das die Maßnahmen vorher mit dem DOSB verbindlich abstimmt.
Berliner Bäder Betriebe, Vorhaben SSE: Instandsetzung Korrosionsschutz am Sprungturm und Erneuerung keramischer Beckenauskleidung und technischer Anpassung der Bubble-Anlage des Springbeckens; BPS Wasserspringen SSE – 1.426.130 Euro

Laut Übersicht liegt der Sanierungsstau (Stand: August 2017) bei 169.345.000 Euro. Folgende konkrete Maßnahmen sind bis 2019 geplant:
SSE: Erneuerung der Verschattungsanlagen (auch Dachluken oder Sonnensegel genannt, Anm. der. Red.), Anzeigetafel (bis November 2017 erneuert, Anm. d. Red.), Beschallungsanlage (bis Oktober 2017 erneuert, Anm. d. Red.), Instandsetzung Korrosionsschutz am Sprungturm und Erneuerung keramischer Beckenauskleidung und technischer Anpassung der Bubble-Anlage des Springbeckens; Umsetzung von Maßnahmen aus dem Energiekonzept in Verbindung mit dem Velodrom.

Konsequenzen für den Berliner Schwimmsport
Abhängig sind die Einschränkungen von folgenden Punkten:
– Beginn der Bauarbeiten;
– Länge der Bauarbeiten;
– Art der Bauerarbeiten;

Betroffen wären das Training und die Wettkämpfe. Schon jetzt gab es eine Absage an den Int. Swim Cup 2018. Die 130. Deutschen Meisterschaften im Juli 2018 sind davon nicht betroffen. Beim Weltcup, für den es noch keinen Termin 2018 gibt, steht hinter der Ausrichtung ein Fragezeichen. Laut Senat ist die Fördersumme von 400.000 Euro für diese Veranstaltung im Budget fest eingeplant.

Tragisch ist es auch für die Wasserspringer: sie könnten in dieser Zeit nicht in Berlin trainieren. Es gibt keine Ausweichanlagen.

Potsdam und München lassen grüßen
Berlin steht mit seiner Schwimmhallensanierung nicht allein da. Andere Schwimmbäder hatten das gleiche Problem. 2013 musste die Trainingshalle Am Luftschiffhafen für mehrere Monate geschlossen werden. Die Sportschüler mussten im Brauhausberg trainieren. Die Sanierung der Olympia-Schwimmhalle in München dauert noch bis Frühjahr/Sommer 2018.

Wettkämpfe Saison 2018/19
Legt man den diesjährigen Wettkampfkalender (Schwimmen) der SSE zu Grund, geht es um folgende Wettkämpfe, die von einer Verlagerung betroffen sein könnten:
August: FINA Weltcup;
September: Jugend trainiert für Olympia, Sichtung;
Oktober: ISC (bereits abgesagt), DMS-J, DMS Masters;
November: Berliner Kurzbahnmeisterschaften, 10 Ländervergleich, Sichtung;
Dezember: Neukölln-Trophy, Deutsche Kurzbahnmeisterschaften;

380 Wettkämpfe bisher
Der Verschleiß einer Schwimmhalle nach 19 Jahren, die in dieser Zeit nie mehr als 2 Monate geschlossen hatte, ist nicht zu übersehen. In den 19 Jahren seit 1999 fanden nach meiner zurückhaltenden Schätzung mind. 20 Wettkämpfe (nur Schwimmen) pro Kalenderjahr statt – macht 380 Wettkämpfe in 19 Jahren. Hinzu kommen z. B. noch Wettkämpfe der Wasserspringer und Sonderveranstaltungen.

Sportforum Berlin hat noch freie Flächen
Laut Senatsbericht soll die alte, zurzeit von den Bogenschützen genutzte Schwimmhalle (50 m Freibad zu DDR Zeiten) abgerissen und neu gebaut werden. Doch dieses Projekt hat noch nicht mal einen Kosteneintrag. Es rächt sich jetzt, dass dieses Gebiet verkümmerte und sich keine darüber Gedanken gemacht hat, wenn es einmal mit den SSE und/oder dem Sportforum (50 m Bahn, überdacht) über längere Zeit Probleme geben würde. Flächen für eine zusätzliche Schwimmhalle sind im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen noch vorhanden.

Links:
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