Buch-Chroniken – (verschwundene) Altersklassenrekorde

Autor: Mirko Seifert

Anfang Dezember 2017 erscheint das Buch „Deutsche Meister Schwimmen 1883 – 2017, Langbahn“. In ihm werden auch die Meister-Rekorde von 1950 bis 2017 aufgelistet. Eine lange Liste, ausgedruckt hat sie eine Länge von 4 m mit mehr als 900 Zeilen.

Link: Buch „Deutsche Meister Schwimmen 1883 – 2017, Langbahn“

Buch „Deutsche Meister Schwimmen 1883 - 2017, Langbahn“

Buch „Deutsche Meister Schwimmen 1883 – 2017, Langbahn“

Henkel und Seithe verlieren Rekord
Die letzten Monate habe ich viel Zeit mit Recherchen und dem Durchsehen von alten Unterlagen verbracht. Dabei wurden Zeiten und Rekorde entdeckt, über die heute keiner mehr spricht, die aber unbedingt einer Würdigung bedürfen. Sportler wie Alfred Spengler, Roland Matthes, Gerald Schlupp, Petra Schneider, Rainer Henkel oder Michael Groß haben zu ihrer Zeit unglaubliches geleistet, dass sich auch heute noch spannend wie ein Krimi liest. Das Buch bzw. der Ergänzungsband behandelt genau solche ausgewöhnliche Rekord-Leistungen.
Apropos Rainer Henkel, dieser verlor am 21.10.2017 seine AKR der AK 15 über 1500 F an Sven Schwarz. Rainer schwamm am 4.8.1979 eine 15:40,66 Min., Sven eine 15:26,61 Min.
Auch eine andere ehemalige Schwimmerin verlor am 21.10. ihren Rekord über die 200 R. In der AK 12 verbesserte Lucie Mosdzien in 2:19,01 Min. die Zeit von Cornelia Seithe, 2:19,90 Min. vom 18.8.1983. Auf diese AK 12 der Frauen soll jetzt noch näher eingegangen werden.

7 Rekorde, die vermisst werden
„Tatort“ Altersklassenrekorde der Mädchen, 12 Jahre, 50m Bahn von 1988 und 2017.
Es gibt 7 (!) Strecken, die im Jahr 1988 in der DDR schneller waren als die aktuellen vom 22.10.2017.

Wie kann das sein? Eine Antwort darauf kann ich nicht geben. Als Hintergrund sei angemerkt, dass zum Tag der Wiedervereinigung am 3.10.1990 der Schwimmsportverband der DDR, der DSSV, in den DSV der (alten) Bundesrepublik aufging. Es gab mit Sicherheit auch Regelungen darüber, wie mit den Rekorden verfahren wurde.

4m lang ist der Rekordausdruck von Meisterrekorden 1950 bis 2017.

4m lang ist der Rekordausdruck von Meisterrekorden 1950 bis 2017.

Bis zum 2.10.1990 gab es zwei deutsche Rekordlisten. Eine für die BRD und eine für die DDR. Während die BRD bei Rekorden dem Sprachgebrauch „DSV Rekord“ oder „deutscher Rekord“ folgte, trennte die DDR ihre Rekorde mit „DDR-Rekord“ ab. Gab es den 1950er Jahren noch „gesamtdeutsche“ Rekorde, verschwanden diese Listen und Bezeichnungen in den 1960er Jahren.

Getrennte Rekordlisten gab es auch für die Altersklassenklassen. Die nachfolgende Tabelle vergleicht die AK 12 der DDR von 1988 mit denen von Deutschland, heute. Wie ersichtlich, sind die Zeiten zum Teil erheblich schneller als die aktuellen AKR.

Tabelle: Vergleich AKR, AK 12, Frauen, DDR 1988 und Deutschland Okt. 2017

Strecke DDR-Zeit (Min.) DAR 22.10.2017 (Min.)
400 F 4:25,56 4:33,83
800 F 9:09,03 9:23,40
100 B 1:13,95 1:15,45
200 B 2:39,70 2:41,42
200 S 2:19,78 2:27,00
200 L 2:23,26 2:24,02
400 L 4:59,42 5:07,68

Nehmen wir die 200 L und 400 L. Beide AKR 12 hält Alexandra Wenk. Diese Zeiten sind schon schnell. Doch beim Vergleich über die 400 L „verkümmert“ ihre 5:07,68 aus dem Jahr 2007 im Gegensatz zur Zeit aus dem Jahr 1987, aufgestellt von Sabine Herbst. Sabine heißt heute anders, aber ihren Sohn kennen einige: es ist Ramon Klenz.

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