DMS-J Landesentscheid Berlin 2017

Autor: Mirko Seifert

Am 14. und 15.10.2017 fand der DMS-J Landesentscheid Berlin statt. Wie bei allen Vorkämpfen im Bundesgebiet zum Bundesfinale wird die Veranstaltung auf einer 25m Bahn geschwommen und mit Handzeit gemessen.

Die Wassertemperaturen
Samstag: + 26,2 Grad C.;
Sonntag: + 26,6 Grad C.;
Elektrische Leitfähigkeit des Wasser: 600 micro-Siemens

Vielleicht hat sich schon mal jemand gefragt, warum ich die elektrische Leitfähigkeit messe. Das hat die Ursache an dem Bestreben der FINA, Weltrekorde nur noch in Schwimmbecken anzuerkennen, die weniger als 3 g pro Liter Salzgehalt aufweisen. Mit diesem Wert könnte man das Umrechnen. Die Sache ist aber recht kompliziert.

Am Samstag gab es zwei, am Sonntag gab es einen Sprecher.

Die Tribüne war voll, am Samstag einen Tick mehr als am Sonntag. Wenn die Tribüne auf der Eingangsseite entlang des 25m Beckens komplett mit Zuschauern besetzt ist dann kann man davon ausgehen, dass mind. 400 Zuschauer beim Wettkampf zuschauten. Bemerkbar machte sich dies auch mit der Lautstärke. 2 Trommeln waren im Einsatz, eine auf der Tribüne, eine am Beckenrand. Der Sprecher meinte vor Beginn des 1. Abschnittes, dass Trommeln und ähnliches bitte erst zum Einsatz kommen sollen, wenn der Startpfiff ertönt. Auf der Tribüne sah man auch die Eltern nach Vereinen sitzen. Einen großen Zuschauerblock bildete hier die Wfr. Spandau 04.
Am lautesten war es, wenn die Jugend E im Wasser war.

Berlin, 14. Oktober 2017: Abschnitt 1 des DMS-J Landesentscheid Berlin. 4x100 R. Die Schwimmerin schwamm geradlinig auf die nächste Schwimmerin zu. Wie man sieht, ist der Kopf am Anschlagsblech, die Füße der nächsten Schwimmerin sind noch an der Wand, die Hände waren schon gelöst. Die Staffel wurde disqualifziert.

Berlin, 14. Oktober 2017: Abschnitt 1 des DMS-J Landesentscheid Berlin. 4×100 R. Die Schwimmerin schwamm geradlinig auf die nächste Schwimmerin zu. Wie man sieht, ist der Kopf am Anschlagsblech, die Füße der nächsten Schwimmerin sind noch an der Wand, die Hände waren schon gelöst. Die Staffel wurde disqualifziert.

Die Jugend E nimmt am Landesentscheid teil, aber nicht im Bundesfinale im Januar 2018 in Wuppertal. In der Jugend E ist es egal, ob nur Jungen, nur Mädchen oder gemischt geschwommen wird.

Auf der Tribüne gab es auch, vom Berliner TSC organisiert, Kaffee und Kuchen an beiden Tagen.

4 Sportlerinnen trainieren in Potsdam, starten aber für Berliner Vereine: Marlene Blanke (Sportschule Potsdam TG Luckau, für SG Neukölln), Charlotte Blanke (Potsdam TG Letz, für SG Neukölln), Lara-Marie Schönfeldt (Potsdam TG Letz, für SG Neukölln), Leni Kötitz (Potsdam, neu seit September 2017 TG Luckau, für SG Neukölln).

Es gab dieses Jahr keinen brandenburgischen Verein, der in Berlin mitschwamm.

Ein Blick zurück verrät, dass die geringe Anzahl an teilnehmenden Vereinen nicht ein „Problem“ von heute ist:

Jahr Teilnehmende Vereine
2003 12
2007 10
2008 13
2009 12
2010 (noch mit 3 Abschnitten) 13
2016 10 + 1 Potsdamer SV
2017 10

Für Verwunderung sorgte die Mannschaft der BSV Friesen 1895, männlich Jugend A. Hier starteten stets nur 3 Sportler. Hier zeigt sich, dass Angaben im Protokoll falsche Tatsachen wiedergeben können oder zumindest der Eindruck entsteht, das Protokoll beantworte alle Fragen. Denn wie dem zu entnehmen ist, war die 1. Mannschaft des BSV Friesen 1895 „nicht am Start“. Das ist natürlich falsch. Sie waren am Start, schwammen alle Staffeln, hörten aber nach dem 3. Schwimmer auf. Die Sportler und die Staffel erhielten keine offiziellen Zeiten und müssen nun das ENM zahlen.
Das führte auch dazu, dass Kampfrichter – Zielrichter wie Zeitnehmer – verwirrt waren. Denn man übersah einfach, dass die Mannschaft, obwohl sie zurücklag, als erster fertig war. Und weil auf der Startbrücke immer sehr viel los konnte man seitlich schwer abschätzen, wer zu wem gehörte.
Des Weiteren war durch die Abmeldung vom Berliner TSC, ebenfalls männlich Jugend A, nur noch 2 Mannschaften am Start, die für ein Endergebnis in Frage kamen.

Es wurde keine Rückenstarthilfe eingesetzt.

Eine Sportlerin schwamm in einem regelkonformen (ohne Reizverschluss) Triathlon-Schwimmanzug.

Einem Sportler ging es am Sonntag nicht gut – er übergab sich nach dem Anschlag. Nach einer kurzen Säuberung konnte der Wettkampf ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Das Sanitäterteam kam zu Hilfe, musste aber nicht einschreiten.

Die Sprecher sprachen wie immer – waren aber wieder anders und dieses Mal dumpfer zu verstehen. Seit September 2017 klingen die Sprecher bei jedem Wettkampf in der SSE anders.

Den letzten Wettkampf erlebte die Anzeigetafel. Das ist letztendlich nicht ganz korrekt. Die Anzeigetafel war diesen Wettkampf nicht im Einsatz. Und auch letzte Woche, am 8.10.2017, beim DMS Masters Landesentscheid, war die Anzeige nicht in Betrieb. Den letzten Wettkampfeinsatz hatte die Tafel am 1.10.2017 beim Int. Swim-Cup an gleicher Stelle. Die Anzeigetafel ist seit Bestehen der SSE im Einsatz. Der Einbau erfolgte ca. 1998. Die ersten Wettkämpfe fanden 1999 statt. Somit geht die Tafel 19 Jahren in Rente. Sie wird heute, am 16.10.2017 demontiert. An ihrer Stelle wird eine breitere, größere und moderne Anzeigetafel montiert werden. Ihren ersten Wettkampfeinsatz könnte sie mit den Berliner Kurzbahnmeisterschaften (10.-12.11.) erleben.

Bei einigen DMS-J Vereinsmannschaften schwammen in ein und derselben Staffel nicht nur Sportschüler mit, es gab auch Mannschaften, wo Sportschüler/Nichtsportschüler zusammen schwammen.

Am Sonntag wurde ein Geburtstag durchgesagt, bei dem Mutter und Kind am selben Tag Geburtstag haben. Ist auch eher selten.

Das Sprungbecken hatte an beiden Tagen geschlossen. Das zweite, untere 25m Becken, war immer für das Ein- und Ausschwimmen geöffnet. Probleme wie bei anderen Wettkämpfen mit spielenden Kindern gab es nicht.

Der Wettkampf begann am Samstag erst um 15.00 Uhr. Am Vormittag hätte noch ein Wettkampf der Wasserspringer stattfinden sollen. Der fiel aber aus.

Ein Sportlerin vollführte ein Wende, die man selten sieht: nach dem Schmetterlingsanschlag mit beiden Händen machte sie eine Rolle vorwärts. Dann stieß sie sich ab – aber in Rückenlage. Daraufhin wurde sie disqualifiziert.

Bilder 1. Abschnitt:
http://www.mirkoseifert.de/veranstaltung/id/2195

Buch
Wer auf Zahlen und Auswertungen, ähnlich wie bei den (Rand)Notizen steht, der ist bei meinem Buch gut aufgehoben.
Link: Buch „Deutsche Meister Schwimmen 1883 – 2017, Langbahn“ ab Dezember 2017 erhältlich

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