Int. Swim-Cup 2017, 30.9.-1.10., Berlin

Autor: Mirko Seifert

4.246 Einzelstarts, Doping-Kontrollen, 2 Altersklassenrekorde, Schließung der Damenumkleidungen, kaltes Wasser, viele Eimerkipper, gemischte Jungen/Mädchen Läufe – das ISC hatte einiges zu bieten.

Berlin Oktober 2017: Wasser marsch hieß es nicht nur über den Köpfen der Sportler, sondern auch im oberen Schwimmbecken, wo ein Rohr kaputt war und die Umkleide geräumt werden musste.

Berlin Oktober 2017: Wasser marsch hieß es nicht nur über den Köpfen der Sportler, sondern auch im oberen Schwimmbecken, wo ein Rohr kaputt war und die Umkleide geräumt werden musste.

Statistik
Der International Swim-Cup 2017 (ISC) fand am 30.9. und 1.10.2017 in der Berliner SSE zum dritten Mal statt. 2016 gab es noch 3 Abschnitte – dieses Jahr waren es 5. Die Gesamtzeit der Veranstaltung in 2016 war fast identisch mit der von diesem Jahr:
2016:
Sa, 11.30 – 18.19 (ohne Sieger, ein einziger Abschnitt; So: 09.00 – 16.39 und 17.10 – 17.59 (18.11 mit Sieger);
2017:
Sa, 11.00 – 14.20; 15.00 – 18.43; So: 08.30 – 13.05; 13.35 – 17.04; Finals 17.30 – 18.11 (18.21 mit Sieger);

Meldungen 2016 und 2017
2016: Einzelstarts: 3.825; Staffeln: 92
2017: Einzelstarts: 4.246; Staffeln: 77

Der Wettkampf
Die Wassertemperaturen des Wettkampfbeckens:
Sa: + 25,7 Grad C.;
So: + 25,6 Grad C.;
Elektrische Leitfähigkeit des Wasser am Sonntag: 540 micro-Siemens;

Es wurde mit Rückenstarthilfen (RSH) gearbeitet. Zu Beginn des 1. Abschnittes gab es eine Einweisung an die Kampfrichter. Nicht jeder nutze die RSH; vor allem die jungen Sportler ließen sie oftmals unbeachtet.

Es wurde mit Vorstart und Vorstartzelt gearbeitet.

Die einzelnen Sportler wurden am Samstag immer vorstellt, auch bei den 50m Strecken. Am Sonntag war dann bei den 50m Strecken lediglich die Laufangabe zu hören.

Es wurde mit Überkopfstart gearbeitet. Bei den Finals im 5. Abschnitt aber nicht.

Wegen eines Übertragungsfehlers schwammen 4 Mädchen aus Polen in den Jungs Läufen mit. Dies entschied im Vorfeld der Schiedsrichter/Ausrichter. Es waren Mädchen der jüngeren Jahrgänge.

Das Sport- und Leitungszentrum sitzt während der 25m Bahn Saison in der SSE woanders. Bisher saßen sie an den Trainerbüros am Eingang zur Mixed Zone. Beim ISC waren die Berliner verstreut.

Am Samstag waren die Wasserspringer dabei, am Sonntag nicht.

Das Sprungbecken war an beiden Tagen gesperrt.

Das zweite 25m Becken (unteres Wettkampbecken) war immer (außer 5. Abschnitt) für das Ein- und Ausschwimmen geöffnet. In der Pause zwischen 4. und 5. Abschnitt schwammen 2 Sportler im Wettkampfbecken aus, obwohl es gesperrt war.

Beide Tribünenseiten waren geöffnet. Auf der Eingangsseite saßen die Eltern, auf der gegenüberliegenden Seite die Sportler. Der Eintritt war kostenlos.

Es gab 2 Sprecher. Einer davon, Peter Wuckel, moderierte am Sonntag noch bei den Finals. Es gab auch Siegerinterviews von ihm im Finalabschnitt.

Es gab Wassereimer auf der Startbrücke. Die Befüllung übernahmen die Kampfrichter selber.

Die Mikrofone arbeiteten wieder (fast) tadellos. Am 23.9.2017 war während der Sichtung nichts zu verstehen, beim ISC war wieder alles okay.

Es wurde während den Läufen und in der Pause Musik gespielt.

Die Reaktionszeiten wurden auf der Anzeigetafel angezeigt. Auch negative Werte, so z. B. vom Frühstart eines Rückenschwimmers mit „- 0,76 Sek.“.

Es gab einen kurzen Sanitätereinsatz.

Finals
Dazu wurde das Licht geändert. Es war jetzt „TV-Licht“ nur über den Wettkampfbecken an; einen Zustand, den man vom 10 Ländervergleich und den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften kennt.
Die Siegerehrungen wurden in Blöcken durchgeführt – 4 Strecken, dann die Siegerehrungen. Der Sieger erhielt einen Pokal, eine Urkunde und einen Merchandisingartikel.
Es gab 3 Sonderpreise:
Preis 1 an Maya Tobehn, einen Gutschein für Long Distance;
Preis 2 an Kevin Behnke;
Preis 3 an Wiktor Muszynski;

Berlin, ISC 2017: das Wettkampfbecken vor den Finals.

Berlin, ISC 2017: das Wettkampfbecken vor den Finals.

Prämienläufe
2 Arten von Prämienläufen gab es: die „normalen“, die häufig vorkamen, und die Superprämienläufe, die nur zweimal vorkamen. Bei den normalen erhielt der Sieger des Laufes ein Merchandising Artikel, z. B. Badekappe oder eine Trinkfalsche. Beim Superprämienlauf gab es einen PowerBreather. Die Firma Ameo ist Sponsor des ISC. Superprämienläufe gab es für die 200m Schmetterling Lauf 3 der Männer, Gewinner Benjamin Sinnig; bei den Frauen 200m Schmetterling Lauf 2, Gewinnerin Amelie Schmidtke.

Dopingkontrollen
Zum ersten Mal beim ISC wurden Dopingkontrollen durchgeführt. An beiden Tagen, aber nicht die ganze Zeit, am Tag 2 bei den Finals. Einmal erwischte es Maximilian Oswald, am Samstag. Er schwamm nur vormittags, doch da musste er zum Test. Es waren gleich mehrere Dopingkontrolleure Vorort.
Wäre ein Junioren-Europarekord oder Junioren-Weltrekord geschwommen wurden wäre das gut für den Sportler und dessen Anerkennung gewesen. Nur mit sofortiger Dopingkontrolle können diese Rekorde bei der LEN oder FINA anerkannt werden. Schwimmt demnach ein Sportler einen dieser Rekord bei einem „normalen“ Wettkampf ohne Kontrolleure dann ist die Zeit futsch.

Ältester Teilnehmer war Ulf Petzoldt, Jahrgang 1967, älteste Teilnehmerin Maike Grösch, Jahrgang 1984; sie gewann auch zwei Prämienläufe. Beides sind (auch) Mastersschwimmer. Neben Maike startete auch Rene Asmus und Yusra Mardini beim ISC. Was haben alle drei gemeinsam? Sie starteten bei der Schwimm-WM in Budapest 2017. Yusra im Juli und Maike sowie Rene bei der Masters-WM im August.

Eine Disqualifikation wurde zurückgenommen.

Wettkampf 29, 100 F, Lauf 4, ein Sportler fällt vor den Startpfiffen ins Wasser, klettert sofort raus und kann wieder mitschwimmen.

Nächsten Sonntag (8.10.2017, DMS Masters Vorkampf Berlin) hat der Kampfrichter Hr. Paul seinen letzten Einsatz für Berlin. Er war in Berlin Präsident des Berliner Schwimmverbandes, ist mehr als 40 Jahre im Einsatz und hat auch in Hamburg mehr als 20 Jahr als Kampfrichterobmann gearbeitet.

Die Staffelsieger erhielten Merchandising Artikel wie z. B. Bretter und Handtücher.

Von der Tribüne kamen oft Blitzlichter von fotographierenden Zuschauern.

Anders als bei den bisherigen Berliner Wettkämpfen mussten die Schwimmer nach Wettkampfende (gemeint ist z. B. Wettkampf 17 100m Brust männlich, letzter Lauf) nicht das Wasser verlassen, bevor der nächste Wettkampf (= anderes Geschlecht) gestartet wurde.

Die 5m Fähnchen waren von arena. Arena ist ein Sponsor des ISC.

Die Wellenkillerleinen waren farbig.

Bei einigen Sportlerinnen der SG Neukölln war das Vereinszeichen auf den Schwimmanzügen auf der Brust abgedruckt, z. B. bei Josi Platalla und Anne Schultz.

Im Wettkampf 18, 100m Brust weiblich, Lauf 10, schwammen 4 von 10 Schwimmerin nicht mit; Wettkampf 20, 200m Schmetterling, Lauf 4, schwammen 4 von 10 Schwimmerin nicht.

Berlin, ISC 2017: das Wettkampfbecken vor den Finals aus der Ferne.

Berlin, ISC 2017: das Wettkampfbecken vor den Finals aus der Ferne.

Kaltes Wasser
Einigen Schwimmern war es zu kalt. Stimmt, meine Messungen ergaben 25,7/25,6 Grad C. Schon seit Wochenbeginn war es kalt im Wettkampfbecken, nach Trainerangaben + 25,0. Es war der kälteste von mir gemessene Wert seit Beginn meiner Aufzeichnungen im April 2016 in der SSE.
25,6 Grad C. – selbst die Werte im Freibecken waren zum Teil höher:

Wettkampf im Freien Temperatur
Sportbad Pokal, Freibad Britz in 2016 + 25,8
Bärliner Championat 2016 (Freibad Forumbad, 50m) + 27,2
5. M-Cup August 2016 Kalinchen, See bei Motzen + 23,6
Vereinsmeisterschaften SG Neukölln Britz 2016 + 25,2

Eimerkipper
Es gab viele Eimerkipper auf der Startbrücke. Damit bezeichne ich Sportler, die sich den Wassereimer entweder über den Kopf oder den Körper gießen. Kampfrichter mögen das nicht. So ist durch die Enge auf der Startbrücke manchmal nicht genug Platz, dem Wasser aus dem Weg zu gehen. Außerdem werden dadurch die Eimer komplett geleert, was eine Nachfüllung erforderlich macht.
Allein bei den 100m Freistil der Frauen sah ich 7 Sportlerinnen, die sich den Eimer überstülpten. Über die 50m Brust der Männer waren es sogar 2 Sportler gleichzeitig nebeneinander.
Aber auch die Profis machen das. Beim Weltcup 2017 in Berlin sah ich z. B. als Eimerkipper Ranomi Kromowidjojo, Sarah Sjoestroem und Alia Atkinson.

Altersklassenrekorde
Titus Perlwitz am Samstag über 50 B, AK 12, in 32,34 Sek. im Zeitlauf;
Titus Badekappe der Wfr. Spandau 04 riss vor diesem Start; deswegen ist auf den Bildern eine weiße Kappe zu sehen. Er schwimmt beim Wettkampf sonst mit einer schwarzen Wfr. Spandau 04 Kappe.

Maya Tobehn am Sonntag über 50 R, AK 15, in 28,12 Sek. im Finale; Verbesserung ihrer eigenen Bestmarke um 1/100 Sek. die sie bei Jugend trainiert für Olympia im September 2017 aufstellte.

Berlin, 30. September 2017: negative Reaktionszeit.

Berlin, 30. September 2017: negative Reaktionszeit.

Landesrekord für Brandenburg
Es gab noch einen Landesrekord für Brandenburg, aufgestellt von Paulina Schulz über 100m Lagen der AK 11 in 1:15,32 Min., das sind 6/100 Sek. schneller als die Bestzeit von Hannah Küchler. Die gleiche Zeit – 1:15,32 – war auch die von Helena Cron. Beide belegten damit den Platz 1 in der Wertung Jg 2006/2007. In Berlin aber werden keine Landesrekorde geführt.

„Promotionmeile“
Auf der Tribünenseite der Eltern gab es jede Menge Stände. Ich nenne sie „Promotionmeile“. So gab es einen Kuchen & Kaffeestand mit Kuchen für 1 Euro, Meldeergebnis kostenlos, Schlüsselanhänger ISC 0,50 Euro. Weitere Stände waren der von Finis; Swimsportnews und dessen Testcenter; Uni Experts und TriSwim – Kosmetik für Schwimmen (aus Polen) und ein großer Merchandising Stand mit Schwimmanzügen, Hosen und Accessoires; einen Aufsteller von ameos Powerbreather gab es auch. Im Vorraum der SSE – am Haupteingang – gab es keine Stände. In der mixed-Zone (Übergang Schwimmhalle zur den Umkleiden) ebenfalls keinen Stand.
Test des Powerbreathers: dieser konnte kostenlos getestet werden.
Das Veranstaltungshirt konnte im Vorfeld bestellt werden, verkauft wurde es am Samstag. Der Preis betrug mind. 13 Euro, der genaue Preis ist mir unbekannt. Außerdem gab es eine Veranstaltungstasse.

Die SSE
Wasserschaden
Die obere Schwimmhalle der SSE, das „nicht Wettkampfbecken“ und somit das Schwimmbecken, welches für die Öffentlichkeit reserviert ist, musste am Samstag um 13.00 Uhr gesperrt werden. Die Bäder Betriebe verschickten dazu einen Newsletter:
„30.09.2017 ab 13:30 Uhr: Das Bad ist aus technischen Gründen geschlossen.“
Es war irgendein Rohr kaputt. Vorsorglich mussten alle Frauenumkleideräume und Schränke geräumt werden. Die Umkleideräume wurden um 16.00 Uhr verschlossen. Dies wurde mehrfach durchgesagt. Als Folge davon mussten alle weiblichen Schwimmer ihre „Straßenklamotten“ mit in die Schwimmhalle nehmen. Fiel aber nicht weiter auf, weil Platz war genug da. Was aber auffiel waren Sportlerfrauen, die am Ende der Veranstaltung ins Frauenklo gingen um sich umzuziehen; sieht man sonst nicht.
In der Nacht zu Sonntag wurde der Schaden behoben; am Sonntag standen zu Veranstaltungsbeginn die Frauenumkleiden wieder zur Verfügung.

Buch
Wer auf Zahlen und Auswertungen, ähnlich wie bei den (Rand)Notizen steht, der ist bei meinem Buch gut aufgehoben.
Link: Buch „Deutsche Meister Schwimmen 1883 – 2017, Langbahn“ ab Dezember 2017 erhältlich

Ergebnisse: https://int-swim-cup.de/de/wettkampf/ergebnisse

Bilder:
Abschnitt 1: http://mirkoseifert.de/veranstaltung/id/2186/Teil-1

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