(Rand)Notizen WM Budapest 2017 – Nachträge

Autor: Mirko Seifert

Ich bin noch einige (Rand)Notizen schuldig geblieben, die auf Grund der langen Tage nicht veröffentlicht werden konnten.

29.7.2017, Finale
Beim Einschwimmen vor den Finals (Ende Einschwimmen: 17.15 Uhr) waren noch 2 Min. übrig, und es waren noch 3 Sportler im Wasser; als es 17.15 Uhr war waren schon alle draußen.

Auf den Videowalls wurden Grüße aller Formel-1 Piloten an die WM-Teilnehmer gezeigt. Das wiederholte sich noch mal am 30.7. Die Formel-1 macht in Budapest vom 27. bis 30.7. WM-Stopp.

Es gab zwei Sprecher und einen Deejay.
Ein Sprecher kam aus Ungarn, der andere aus den USA. Sie saßen nicht bei der Zeitauswertung, sondern auf der Tribüne der TV Teams auf Etage 1 auf Höhe des 5m Bereiches.
Der Sprecher aus den USA heißt Michael Porepot. Soweit ich mich erinnern kann gab es keine Vorstellung der beiden, weder persönlich sie selber noch auf den Videowalls. Sie waren einfach „da“. Michael war Sprecher 2016 in Rio und bei der WM 2015 in Kazan; in den USA ist er regelmäßig bei den Nationals, den Trials und der „arena pro series“ mit dabei.

Budapest, Juli 2017: links der US-Amerikaner, rechts der Ungar. Beide waren die Sprecher der WM.

Budapest, Juli 2017: links der US-Amerikaner, rechts der Ungar. Beide waren die Sprecher der WM.

Die Sprecher wechselten sich nicht ab: jeder kommentierte und kündigte Männer wie Frauen an. Der Ungar war für das heimische Publikum verantwortlich, der US-Amerikaner für die englischen Wörter. Ich schätze, er sprach ein wenig mehr.

Budapest, Juli 2017: der ungarische Sprecher.

Budapest, Juli 2017: der ungarische Sprecher.

Die Musik kam von einer Berlinerin – na gut, nicht wirklich. Sie kommt aus Spanien und wohnt seit Monaten in Berlin. Sie hatte bereits in Rio 2016 die Musik für die Handballspiele und für die Paralympics ausgewählt. Sie legt übrigens auch in Clubs auf.
Die Auswahl der Musiktitel war zwar ihre Entscheidung, eine Grobauswahl wurde aber vorher von der FINA abgesegnet. So werden die Titel z. B. auf ihre Texte hin überprüft. Das wird auch der Grund sein, warum kein Hip-Hop oder Rap gespielt wurde.

Budapest, Juli 2017: die Spanien-Berlin-Budapest Connectioni. Deejane der WM im Juli.

Budapest, Juli 2017: die Spanien-Berlin-Budapest Connectioni. Deejane der WM im Juli.

Die Sonne schien doch, auch wenn nur sehr schmal, in die Schwimmhalle. Ein heller schmaler Lichtstrahl zeigte sich auf den obersten Tribünenplätzen.

Caeleb Dressel Angewohnheit ist es, den Startblock mit einem weißen Handtuch trocken zu wischen. Dabei ist es egal, wann er einmarschiert. Auch als Vorlaufschnellster (und damit als letzter, der einläuft) nimmt er sich alle Zeit der Welt für seine Prozedur.

Die „kiss-cam“ wurde eingesetzt.

Bei den 1500 m Freistil der Männer schwammen alle in Kraul.

Zu einem freundschaftlichen Handschlag kam es nach dem Zielanschlag über die 50m Brust (Finale) der Frauen zwischen Ruta Meilutyte und Yulia Efimova.

Budapest, Juli 2017: Handschlag nach dem 50m Brust Finale.

Budapest, Juli 2017: Handschlag nach dem 50m Brust Finale.

Die Halle war ausverkauft.

Die Sieger der 50 S (Frauen) kamen nicht zu den Fotografen auf deren Haupttribüne.

Hinter den Plätze 1 bis 3 liefen immer, in blauen Shirts und ein wenig Abstand, die Anti-Doping Kontrolleure.
Kontrolliert, und zwar alle, wurde auch die Wasserballer im Finale.

Alle deutschen Sportler hatten ihre Sportlertribüne nach den 50 m Rücken der Männer verlassen.

Etwas zu gut meinte es ein Staffelkamerad von Femke Heemskerk, Niederlande. Die 4 x 100 m Freistil Mixed Staffel war zu Ende, alle standen auf der Startbrücke. Klar, die Anzüge, speziell der Frauen, drücken und kneifen doch ganz schön. Was liegt es demnach näher, als wenigstens die Träger abzuziehen. Gut, tat er dann auch: Träger 1 war noch okay, doch bei Träger 2 zog er den dann doch zu weit runter und Femke machte große Augen nach dem Motto „Striptease auf der Startbrücke geht dann doch etwas zu weit.“

Budapest, Juli 2017: Femke Heemskerk nach der Staffel.

Budapest, Juli 2017: Femke Heemskerk nach der Staffel.

28.7.2017, Finale
Die Halle war fast ausverkauft.

Vor den Finals wurden die Leinen gespannt.

Eine weitere Laola-Welle ging durch die Halle (nach den 200 m Rücken der Männer).

Es krabbelten immer mal wieder kleine Fliegen oder was auch immer auf meinem Objektiv rum.

Anton Chupkov schwamm im Finale über 200m Brust eine 2:06,96 Min. Das bedeutete CR (Championship Record) und ER. Da aber nicht genug Platz auf der Anzeigetafel war stand dort nur CR. Oder der CR hat eine höhere Wertung als der ER.

In der 4 x 200 m Freistil Staffel der Männer schwamm im Finale Ferry Weertman (Niederland) mit. Er war Tage zuvor bereits erfolgreich im Freiwasser unterwegs (Gold 10 km).
Für Deutschland gab es 2017 keine Doppelstarts: entweder man(n) oder Frau startete im Freiwasser oder im Becken.

Eine umgehängte (mobile)Kamera wiegt ca. 25 kg.

Preistabellen
Es gab eine Menge zu kaufen. Das meiste außerhalb der Schwimmhalle, auf der sog. FINA-Market Street. Zugang zu der FINA-Market Street gab es nur mit Eintrittskarte. Außerhalb des WM-Geländes gab es keine WM affinen Shops.

Tabelle 1: Preise vom Essen/Trinken FINA-Market Street (Auswahl)
Preisumrechnung mit Kurs vom 28.7.2017, Tabelle 1 bis 3

Artikel Forint Euro
Langos, Sima 400 1,31
Potato chips 900 2,96
Burger Ab 1.050 3,45
Alkohol, z. B. Vodka Sosa 1.200 3,95
Russian food Ab 800 2,63
Cheesburger Ab 1.490 4,90
Mexikanisch Ab 1.300 4,28
Am Pesci Stand: Cola 450 1,48
Am Pesci Stand: Nachos 750 2,47

Tabelle 2: Preise Merchandising Artikel auf der FINA-Market Street (Auswahl)

Artikel Forint Euro
Tassen gab es nicht
Budapest Notizblock 790 2,60
Kugelschreiber 390 1,28
Arena Poloshirt 15.000 49,40
Arena T-Shirt 10.500 34,58
Arena Jacken ab 24.000 79,04
Badekappe 5.100 16,79
Anstecker 690 2,27
Maskottchen 4.990 16,43
Gummiarmband 390 1,28
Frisbee 1.490 4,90
Tasche 8.900 29,31

Tabelle 3: Iron Lady (= Katinka Hosszu) Stand in der FINA-Market Street

Artikel Forint Euro
Fanschaal 3.295 10,85
Schlüsselband 1.799 5,92
Stoffbeutel 3.099 10,20
Comic (erscheint monatlich) 800 2,63
Cappie 8.000 26,34
Tasse 2.499 8,23
Puppen (sie und ihr Trainer) je 4.499 14,81
Budapest, Juli 2017: Katinka Hosszu - Iron Lady - Stand auf der FINA-Market Street.

Budapest, Juli 2017: Katinka Hosszu – Iron Lady – Stand auf der FINA-Market Street.

Tabelle 4: Bahnbelegung beim Einschwimmen im Wettkampfbecken

Bahn Bezeichnung
0 Sprint Lane & backstroke start, one way
1 Sprint Lane & backstroke start, one way
2 Circle lane
3 Circle lane
4 Circle lane
5 Circle lane
6 Circle lane
7 Pace lane
8 Sprint lane one way
9 Sprint lane one way

Schwimmbecken Duna-Arena/im Umkreis
Die Schwimmarena „Duna-Arena“ (= Neubau) wurde auf dem alten Gelände des Freibades errichtet. Das Freibad ist aber noch zur Hälfte erhalten geblieben. Während der WM (auch bei den Masters) wurde das Gelände aber zusammengelegt. So befinden sich 4 Schwimmbäder auf dem Gelände:

Duna-Arena, Hallenbäder
50m Pool, 10 Bahnen, 3 m tief, das eigentliche WM-Becken; Tribüne 12.000 Zuschauer;
50m Pool, 10 Bahnen, 2,20 m tief, das Einschwimmbecken für die WM (14. – 30.7.), wird aber als Wettkampfbecken für die Masters WM verwendet; keine Tribüne?;

Freibad neben der Duna-Arena
50m Pool, 10 Bahnen, FINA-Leinen, keine Tribüne, zum Einschwimmen;
25m Pool, 8 Bahnen, FINA-Leinen; keine Tribüne, zum Einschwimmen;

Weitere Notizen
Im Akkreditierungsbüro gab es auch ein kleines „Immigration Asylum Office“. Dieses Akkreditierungsbüro ist eigentlich der Eingangsbereich zum alten Freibad.

Im Hotel auf der Margaretheninsel (nicht im Grand Hotel) waren viele Sportler untergebracht (Niederlande, Italien), Schwimmer wie Wasserballer.

Zuschauer durften keine Wasserflaschen mit in den Außenbereich und die Schwimmhalle nehmen.

Budapest, Juli 2017: diese Wasserflaschen mussten draußen bleiben, von den Zuschauern abgenommen.

Budapest, Juli 2017: diese Wasserflaschen mussten draußen bleiben, von den Zuschauern abgenommen.

Das WM-Gelände erkannte man gut, weil an jedem Eingang entweder Ordner oder Polizei standen. Poller oder Zäune gaben dem Zuschauer zu verstehen, dass hier ein besonderer Bereich beginnt. Die Anwohner gegenüber der Duna-Arena durften in ihren Wohnungen bleiben; nur beim Eingang zu ihren Wohnungen hatten sie nicht viel Platz. Der Zaun begann ca. 2 m neben ihren Wohnungen.
Die Zufahrt zur Duna-Arena war auch für den Autoverkehr und den Busverkehr abgesperrt.

Die Polizei und das Militär hatten sich auf einige Eventualitäten vorbereitet:
Neben den Polizeiautos gab es Polizeimopeds, – Motorräder, – Fahrräder und – Helicopter.
Im Wasser gab es die Wasserpolizei.
Zusätzlich hatte das Militär noch eine „goodies“ parat stehen: gepanzerte Wagen, nicht vermummte Infanterie mit im Anschlag befindlichen Maschinengewehren, Helicopter und Boote auf dem Wasser.

Budapest, Juli 2017: Helicopter Überwachungsflüge. Meistens zu zweit.

Budapest, Juli 2017: Helicopter Überwachungsflüge. Meistens zu zweit.

Felix Auböck (Österreich) schwamm im Vorlauf über die 200 m Freistil eine 1:47,40 Min., zeitgleich zusammen mit Marwan Elkamash. Doch nur der Sportler kam ins Halbfinale, obwohl beide Zeiten identisch waren. Die Auflösung: Felix verzichtet auf ein Swim-Off. Felix hatte trotzdem im Protokoll ein R (Reserve) stehen.

Das ungarische Sport-TV berichtete ausführlich von allen Veranstaltungen. Wasserball stand hoch im Kurs. Egal wann ich den TV einschaltete, es lief Wasserball.

Es gab am Wettkampfbecken keine Sanitätereinsätze.

Stilles Wasser (0,5 l) gab es genügend für die Medienvertreter. Wie es bei den Sportlern aussah weiß ich nicht. Das Wasser wurde extra in Kühlschränken aufbewahrt. Es war erlaubt, Wasser immer mit sich herumzutragen.

Schon wie eine Agentenstory liest sich das Zusammentreffen von Bernd Berkhahn (Magdeburg) und seiner WM Starter Franziska Hentke und Florian Wellbrock. Da er offiziell nicht zum DSV-Team (Becken) gehörte, durfte er nicht beim Team sein, nicht dort sitzen, nicht mit ihnen kommunizieren. So nutzen er und seine Sportler die neutrale Sportlertribüne für „geheime Treffen“. Es war, als gäbe es wie in Berlin vor 1989 eine Sektorengrenze. „Sie verlassen jetzt den … Sektor“. Da es auch, vor allem bei den Finals, sehr dunkel auf den Tribünen war, waren Trainer und Sportler nur schwer auszumachen. Man musste schon wissen, wonach man sucht.

Budapest, Juli 2017: Bernd Berkhahn (li) und Franziska Henkte (mi) auf dem neutralen Sektor.

Budapest, Juli 2017: Bernd Berkhahn (li) und Franziska Henkte (mi) auf dem neutralen Sektor.

Die nächste WM findet vom 12. bis 29.7.2019 in Gwangju, Südkorea, statt. Auch die Masters werden dort ihre WM abhalten. Die Schwimmarena (Becken) soll 11.000 Zuschauerplätze haben, Wasserball 3.000 und High Diving 2.000. Suri und Dari heißen die Maskottchen. Es wird, anders als in Budapest, ein eigenes Athletendorf gebaut.
Diese Zahlen und einige mehr wurden auf der Pressekonferenz (PK) des WM Veranstalters 2019 am 26.7. in Budapest bekanntgegeben. Zudem gab es auf der PK einen „goody bag“ mit u. a. einem bluetooth Lautsprecher; auch beim Buffet sparte man nicht. Anders als bei anderen PKs gab es Kuchen, Kaffee, Brötchen und Obst. Es waren weit mehr als 100 Pressevertreter vertreten.

Budapest, Juli 2017: während der PK zur WM 2019. Links, der Mann am Handy, war die ganze Zeit mit diesem beschäftig. Rechts der alte und neue FINA-Präsident.

Budapest, Juli 2017: während der PK zur WM 2019. Links, der Mann am Handy, war die ganze Zeit mit diesem beschäftig. Rechts der alte und neue FINA-Präsident.

 

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