(Rand)Notizen WM Budapest 2017 – 28.7. (VL)

Autor: Mirko Seifert

Budapest, Vorläufe
Das Wetter: vormittags sonnig, 15 Grad C., nachmittags warm bis 27 Grad C., kein Regen.

Im Start/Zielbereich befinden sich 7 Unterwasserfotokameras. Da kann schon mal ein Kabel 8.000 Euro kosten (!), hinzu kommen die Kamera und weiteres Equipment.

50 m Freistil Männer, Lauf 1, Cruz Halbich fiel vor dem Startsignal ins Wasser und wurde disqualifiziert. Er stieg aus dem Wasser und schaute ein wenig traurig aus.

Wenn bei der WM in Budapest Endläufe erreicht werden dann ist das für die deutschen Sportler auch in einer weiteren Beziehung wichtig: die Ausstattung mit dem Prädikat „A-Kader“. So werden alle Finalteilnehmen im Einzel und alle Staffelteilnahmen im Finale mit dem „A-Kader“ belohnt. Selbst Staffelteilnehmer, die im Vorlauf mitschwammen – und diese Staffel den Endlauf erreichte – zählen dann zum A-Kader. So dürften sich über den Status ab kommender Saison freuen: Franziska Henkte, Aliena Schmidtke, Lisa Graf, Marco Koch, Damian Wierling. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In den Abschnittspausen laufen hin und wieder Bilder, die von Zuschauern gemacht wurden, auf den Videowalls. Einige Bilder wiederholten sich aber.

Heute saß ich zum ersten Mal auf der Zuschauertribüne für Fotos. Sieht alles ganz anders aus von dort oben. Man hat das Schwimmbecken vor allem gut im Blick und sieht sachen, die man von der Fotoposition an der Seite nicht sieht.
Die Unterwasser TV-Kamera war verschwunden. Die Schiene war noch da, doch die Kamera war weg. Die Antwort darauf erhielt ich in der Pause: TV Kamera im Wasser = kuputzi. Wurde geschrottet, ist nicht mehr reparierbar. Stattdessen gibt es trotzdem Unterwasseraufnahmen, doch diese Kamera ist lediglich schwenkbar, aber nicht fahrbar.
Ein Taucher suchte heute (und wahrscheinlich alle anderen Tage auch) den Beckengrund noch mal ab. Außerdem hat er einen Lappen dabei: die Unterwasser-Putzkolonne. Zum einen wischt er die Linsen des Equipments noch mal ab, dann schaut er sich den Grund des Beckens an und ggf. richtet er den Unterwasser Lap-Counter noch mal nach. Heute morgen hatte er auch zu tun, war doch auf Bahn 0 der Lap-Counter verrutscht.

Budapest, 28. Juli 2017. Die 17. FINA Weltmeisterschaft im Schwimmen vom 14. bis 30.7.2017.

Auf der Tribüne herrscht nicht nur vor Beginn der Veranstaltung reges treiben; auch noch 30 Min. oder länger nach Beginn kommen Leute zu ihren Plätzen. Alle Plätze sind nummeriert.

Die Eimer zum Naßmachen auf den Startbrücken werden von Volunteers „nachgegossen“. Die Kampfrichter kümmern sich nicht darum. Bisher habe ich mind. 2 „Eimerkipper“ gesehen. Es kommt aber viel weniger vor als bei Wettkämpfen, die ich so in Deutschland besuche.

Man sollte denken, die Fotografen aus Asien – ich gehe mal davon aus, es sind Japaner – die Ruhe weg haben müssten. Denkste; sind es doch die Japaner in den grünen und dunkelblauen Westen die Stress verbreiten. Sie rennen/gehen schnell grundsätzlich von einer Position zu anderen. Der Zeigefinder muss auch mit dem Kameraauslöser verwachsen sein. Anders ist es nicht zu erklären, warum im Finale eine Frau (Fotografin aus Japan) 4 x 64 GB Speicherkarten füllte. Wenn ich das mal hochrechnen müssten das mind. 8.000 Fotos sein; in 2,5 Std. bei den Finals.
Und noch eine Kuriosität eines anderen Fotografen: ein Italiener fotografierte einen Finalabschnitt die ganze Zeit ohne Speicherkarte! Es stellte sich heraus, das er dieses Kamerasystem selten bedient und er davon ausging, dass die Technikleute ihm das schon richtig einstellten.

Bei den Rückenstrecken über 200 m der Frauen benutzen alle Sportler die Rückenstarthilfe.

Heute hing ein Hinweis in der Media-Arena: wegen dem straffen Zeitplan gibt es keine weiteren Journalisten/Media-Staffeln.
Nach dem Vormittagabschnitt gab es die Volunteer-Staffeln (Volunteer Race). Es wurde auf 9 Bahnen in 5 Läufen geschwommen, 8 x 50 m Freistil hieß die Distance. Das ganze dauert mind. 45 Min. Anders als bei den anderen „Funstaffeln“ der letzten Tage gab es zwar einen Sprecher, aber das ganze lief ohne TV ab; immerhin waren ganz vereinzelt Zuschauer auf den Rängen.

Jemand brachte sich einen Kaffee mit auf die Fotografentribüne.

 

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