(Rand)Notizen WM Budapest 2017 – 27.7.

Autor: Mirko Seifert

Budapest
Die Wassertemperatur des Wetttkampfbeckens: + 26,6 Grad C.

Das Wetter in Budapest heute: früh bedeckt, + 17, tagsüber bedeckt, teilweise Regen, max. + 21;

Zollstock: wie gut, dass ich einen dabei habe 😉
Die Höhe der Tribüne der Fotografen beträgt 2,39 m, verteilt auf 6 Etagen. Wenn also jemand auch noch stehend von ganz oben Aufnahmen macht dann beträgt der Höhenunterschied über 4 m, die man auch auf den Fotos sieht.
Diese Tribüne hat auf 2 Etagen sehr viele Stromanschlüsse und Ethernetkabelbuchsen. Auf Wunsch werden auch Kabel gestellt. Die Wifi-Übertragung ist nicht gestattet. Naja, den ein oder anderen aktiven Wifi-Transmitter habe ich dann doch in Aktion gesehen.

Ein Alternativtext zum verlassen des Schwimmbeckens lautet: „swimming competition pool is now closed“.

Die Auflösung der Junioren-Weltrekordes von gestern – die Meldezeit, die schneller als der damalige Rekord war: Ich habe jemand von der FINA gefragt. Es ist gut möglich, dass diese Veranstaltung, bei dem der Rekord geschwommen wurde, nicht bei der FINA hinterlegt wurde und/oder es keine Dopingkontrolle gab. Der Sportler kam aus China.
Für die Anerkennung von Junioren-Weltrekorden gelten besondere Vorschriften. Du kannst zwar eine Superzeit schwimmen, doch wenn es nicht sofort eine Dopingkontrolle im Anschluss gibt, zählt die Zeit nicht. Ein Johannes Hintze zum Beispiel hätte, wenn alles ohne Krankheit verlaufen wäre, gute Chancen auf die Zeit über 200m Lagen unter 1:59.xx gehabt. Doch wenn er die Zeit, sagen wir bei den Norddeutschen Meisterschaften, aufgestellt hätte wäre es umsonst gewesen. Dort gab es keine Dopingkontrollen. Nun ist aber der Junioren-Weltrekord auf 1:57,xx Min. geschraubt wurden.

Ich habe mal wegen der Masters-WM hier in Budapest gefragt, wie es ausschaut mit Shuttle Bussen, Media-Area. Die haben keine Infos darüber. Broschüren gibt es auch noch nicht.

Die Bahn 7 wurde im Meldeergebnis ausgelassen, der Sportler war auch nicht am Start: so gesehen 100 F, Lauf 3, Frauen.

Weil es kurz vor dem Start zu laut in der Halle war wurde der Start im Lauf 6 in 100 F (Frauen) abgebrochen.

Deutscher Medien Tag: Zum einen gab es gegen 11.30 Uhr ein Gruppenfoto von arena in der Wettkampfarena mit der Einkleidung von arena. Danach versammelten sich alle WM-Starter inkl. Betreuerteam (Franziska Hentke habe ich aber nicht gesehen) in der casa-arena zum gemeinsamen Mittagessen. Weiterhin gab es für die dsv-Schwimmjugend Autogramme und Fotos am Ausgang der casa arena.

Auf dem Boden der Startbrücke gibt es winzige Punkte, wo die Körbchenkinder die Körbe abstellen sollen.

Es waren bei der EYOF (zeitgleich dieser Tage in Györ, ca. 130 km von Budapest entfernt) auch 2 Serben, die hier in Budapest Fotos machen. Begeistert waren auch sie nicht: die Fotopositionen waren nicht nur beim Schwimmen, sondern überall ein Witz.

Im Meldeergebnis der Frauen über 100 F stand im Header der WR von Sarah Sjostrom in 51,71 Sek., aufgestellt in der Staffel bei dieser WM. Die Meldezeit von Sarah wurde aber noch mit 52,08 Sek. angegeben.

Die Vorläufe waren nicht ausverkauft. Dabei ist es zu Beginn um 09.30 Uhr immer relativ leer im Verhältnis zur Mitte der Vorläufe. Es kommen also immer noch Leute während der Vorläufe.

Kierra Smith, Kanada, fiel durch einige Kuriositäten auf. Ihre Schwimmkappe saß soweit über der Brille, dass zu befürchten war, sie kommt vom Kurs ab und schwimmt nicht längs sondern quer durchs Becken; sie macht kein Schritt- sondern die altmodischen Startabsprung; ihre Technik – die Arme fliegen nach vorne, sieht gewohnheitsbedürftig aus. Am Ende stand aber eine 2:24,57 Min. auf der Anzeigetafel – schneller als der deutsche Rekord (2:25,00). Fazit: ziehe keine vorschnellen Schlüsse von Leuten und ihrer Technik, wenn du das Ergebnis nicht kennst.
Sorgen um ihre aktuellen Leistungen muss sich Viktoria Gunes (Türkei) machen. Sie beendete auf ihrer Paradestrecke 200 m Brust das Rennen nur an Position 17. Ein Schatten ihrer selbst im Vergleich zu 2015.

Es gibt drei russische Schwimmer, die tragen anscheinend die gleiche Kette mit Kreuz und schwimmen damit: Daria Ustinova, Anton Chupkov und Kliment Kolesnikov.

Ca. 1 Stunde nach den Vorläufen gab es wieder Wettkämpfe im Wettkampfbecken – aber dieses Mal trugen sie mehr „Fun-Charakter“.
Da war der Media-Race II, 4×50 m F. Nicht alle Bahnen waren belegt, der Wettkampf wurde moderiert, alle (!) TV-Kameras waren im Einsatz. Dieser und auch der nächste Wettkampf fand ohne Zuschauerbeteilung statt. Dennoch war die Sportlertribüne am Wettkampfbecken voll! Ein Bild, was vor einigen Tagen genau anders herum war: bei den letzten Siegerehrungen war die Sportlertribüne leer und die Zuschauertribüne voll.
Die nächste „Funstaffel“ war den TV-Teams vorbehalten. „Splash of the titans“ hieß das ganze. Es wurde auf 9 Bahnen über 4×50 m F geschwommen. Die ersten Plätze belegten: TV Asia, BBC, TV Asia, France TV.

Es werden ca. 3.000 Volunteers eingesetzt. Allein für die Media-Lounge sind ca. 120 Volunteers eingeteilt.

Casa arena: um 12.00 Uhr war Emily Seebohm, gegen 16.00 Uhr Chad Le Clos anwesend. Die Sportler sind dort, und geben diversen Medien Interviews. die Casa arena ist nicht öffentlich.
Kyle Chalmers gab auch Interviews, allerdings nicht auf dem FINA-WM-Gelände. Er startet außerdem in adidas Klamotten, die aber nicht Sponsor der FINA-WM sind.

Die Anzahl der weiblichen Fotografen beläuft sich auf ca. 10, dass sind weit weniger als 10 % aller Fotografen. Eine davon, eine Holländerin, hatte gestern und heute ein Kleid an. Sonst sieht man die Frauen immer in Hosen. Das war mir ein Foto wert.

Gegen 16.00 Uhr gab es eine Pressekonferenz des Chinesischen Schwimmverbandes, aber nur in ihrer Landessprache. Da ich mir dazu immer Notizen im Meldeergebnis machen fragte ich, wann die PK stattfindet. Der Volunteer dachte darauf, ich sei der „Supervisor“ und kontrolliere die PK-Ausstattung 😉

Finals
Vor den Finals performte ein Sänger einen Song (Länge: 2:59 Min.).

Die Anschlagmatte von Bahn 5 wurde während des Liedes auf der Wendeseite gewechselt.

Es gab direkt nach den Rennen wieder Interviews für die Zuschauer in Halle, z. B. von Chase Kalisz und Katinka Hosszu (nach 200 S). Ungewöhnlich, wurde sie doch „nur“ dritte und eine Spanierin wurde erste.

Bahn 9 war bis ca. 17.00 Uhr für die Schwimmer gesperrt. Der Grund: eine Rettungsübung der Rettungsschwimmer.

Es gibt einen Zeitplan, der ziemlich genau eingehalten wird. Dazu zählt es auch, dass die Sieger nach der Siegerehrung auf dem Podest noch einmal nach unten gehen und zweimal kurz vor den Fotografen stehen bleiben. Auch hier wird penibel auf die Zeit geschaut. Ich habe mal gestoppt und siehe da, die Zeit ist bei den Einzelsiegerehrung immer dieselbe: 53 Sek.

Die Halle könnte ausverkauft gewesen sein, obwohl hier und da einige leere Stühle zu sehen waren.

Das deutsche Team gewann bei den Beckenwettbewerben heute seine erste Medaille: Silber für Franziska Hentke über 200 m Schmetterling. Noch gestern Abend, während der letzten Finals, saßen ihr Trainer Bernd Berkhahn und sie auf der unteren Sportlertribüne. Worum es ging kann ich nicht sagen, aber eins ist sicher: es half. Heute war Florian Wellbrock mit Bernd an derselben Stelle wie Franzi gestern. Franziska wurde übrigens Anfang diesen Jahres nicht in den Olympia-Kader des DSV berufen.

Zu den Mediallen gibt es auch eine schöne Verpackung, die den Sportlern nachgereicht wird.

Zu den Nationalhymen bei den Siegerehrungen standen heute nur 2 bis 3 Fotografen auf. Nicht alle haben aber immer etwas zu tun.

Über 4×200 m Freistil der Frauen, nach 550 m, löste auf der Wendeseite (rechts vom TV Bildschirm gesehen) die Anschlagmatte auf Bahn 7 (Russland) unabsichtlich schon früher aus. Sie wurden als Platz 1 geführt, was aber nicht stimmte.

Nachtrag Finale, 24.7.2017, 4. Abschnitt:
Marco Koch schwamm am 23.7. noch mit Bart, heute nicht mehr.

Das Trainingsgerät, wo sich ein Sportler ein spannbares Seil umschnallt und einen Sprint absolviert, ist hier verboten. Oder doch nicht. Während bei 2 Fraunen eine FINA-Frau es ihnen untersagte, sagte bei einem Mann anschließend im Wasser niemand etwas.

Vor Beginn des Finalabschnittes spielte eine Band einen Song (17.18 Uhr).

Bahnbelegung beim Einschwimmen: Bahn 9 Sprint Lane, Bahn 8 Sprint Lane, Bahn 7 Pace Lane.

Das Wetter am heutigen Nachmittag: + 32, mit teilweise Regen.

Nach den 100m Brust der Männer wurde ein kurzer Interview mit Adam Peaty in der Halle geführt.

Eine kaputte Rückenstarthilfe (RSH)? 100 m Rücken, Männer, Lauf 1, Bahn 7: die RSH konnte nicht mehr verstellt werden. Sie wurde ausgetauscht. Anschließend, vor Lauf 2, wurden noch einmal alle RSH kontrolliert.
Ergänzung am 27.7.: Nein, die RSH war nicht kaputt. Sie war nur nicht richtig eingerastet.

Meinen Kugelschreiber war begehrt, einige Kollegen hatten nichts dabei.

Junioren-Weltrekord im Swim-Off (Ausschwimmen) über 100 m Rücken der Männer. Am Ende der Veranstaltung stellte Kliment Kolesnikov (Russland) in 53,38 Sek. eine neue Bestmarke auf.

Katinka Hosszu wurde Weltmeisterin über 200m Lagen. Doch im Wasser feierte sie „nur“ das Publikum, aber keine weitere Schwimmerin. Doch mit Platz 2, die auf Bahn 8 schwimmende Yui OHASHI, freuten sich gleich mehrere Schwimmerinnen.

 

 

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