(Rand)Notizen WM Budapest 2017 – 24.7.

Autor: Mirko Seifert

Györ
Heute geht es nicht um die WM, da war ich am Nachmittag, sondern um das EYOF. Dies findet vom 23. bis 30.7. in Györ, Ungarn, statt.

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren (Akkreditierung, Photowesten) fuhren wir anschließend zur Schwimmhalle. Der erste kleine Schock: Anstellen an der langen Schlange bei den Zuschauern; einen extra Media-Einlass gab es nicht. Aber das war heute das geringste Problem.

Nach dem üblichen Scannen der Rucksäcke und Kisten zur Media-Lounge. Das Polizei- und Militäraufgebot war bei weitem nicht so groß wie dieser Tage in Budapest. Auf der Tribüne gelegen gab es Bänke und reichlich Verpflegung. Sogar Schnittchen gab es und einige andere leckere süße Sachen. Bei der WM gibt’s das nicht.
Alle Fotosachen ausgepackt und die Frage nach den Fotopositionen: der Finger des Volunteers zeigte auf einen winzigen Bereich im Startbereich. Klar, auf der Wendebrücke war alles frei, dort saßen keine Mannschaften, warum nicht alle auf 5 qm quetschen.

Doch der Gang zur Fotopositionen sollte zur Farce werden. Diese war nur 5 m von der Media-Lounge entfernt, man wollte mich aber nicht dorthin lassen. Der Aufpasser konnte mir nicht sagen, wie man dorthin gelangen sollte, wo ja schon Fotografen saßen. Auch die Zuhilfenahme eines Assistenten für Media brachte nicht. Nein, zur Fotoposition kann man mich nicht lassen. Begründung: es gab keine. Das dort schon andere mit gelben Westen standen interessierte den Mann nicht. Es war also wie beim Einlass in einen Club: Passt dem Türsteher deine Fresse nicht, kommst du nicht rein.
Der Wettkampf sollte in 10 min beginnen. Was tat ich: ich ging aus der Halle, über den Haupteingang, fragte dort nach, niemand wusste etwas; ging weiter in die Umkleideräume, an den Duschen vorbei, hoffend, irgendwann mal das Schwimmbecken zu erreichen. Viele Bereiche waren abgesperrt und dies war der einzige Weg, der noch offen blieb. Nach ca. 5 Min erreichte ich die Fotoposition.
Auf dem Weg dorthin machte ich kurz halt beim Deutschen Team, wollte ein Gruppenfoto machen in der Schwimmhalle, am Ende der Vorläufe. Kein Interesse. Danke und weiter.

Die Fotoposition war auch klein; eingegrenzt von einem großen, dicken Stahlpfeiler. Da spricht der Starter einen Fotografen an und meint, er solle dort nicht stehen; doch wir standen oder saßen wie in einem Viehwagen, begrenzt von einem schwarzen Absperrband, einem Stahlträger und gekennzeichnet mit einem Aufkleber „Photoposition“. Der Fotograf lehnte zurecht ab.

Die Wettkämpfe begannen pünktlich, kein Chaos wie vor 2 Jahren in Tiflis, Georgien. Das Programm wurde routinemäßig abgespult. Zwei Videowalls an den jeweiligen Enden der Schwimmhalle zeigten die Ergebnisse. Der Übergang von einem Wettkampf zum anderen dauerten ein wenig, es wurden erst die Einzelergebnisse inkl. der Qualifizierten angezeigt, bevor es weiterging.

Die Fotoposition wollte ich dann auch einmal wechseln. Immerhin sah ich gelbe Westen – so unser Erkennungszeichen – verstreut in der Schwimmhalle. Einer auf der Stirnseite, einer auf der Tribüne, ein anderer auf der Startbrücke. Es gab noch orange Westen; diese waren vom Organisationskommittee und hatten Sonderprivilegien.

Mit dem Wechsel der Fotoposition wollte ich noch mal zum deutschen Team und mein Poster zum Unterschreiben abgeben. Hatte extra einen A3-Ausdruck anfertigen lassen, einen wasserfesten Stift hatte ich auch mitgebracht. Doch daraus wurde nicht. Der gleiche Typ, Mr. Hackfresse Unsympatisch und mit Sicherheit ein Deutsch-Hasser (ich hatte ein Germany Tuch auf dem Kopf) wollte mich wieder nicht durchlassen. Ich habe es mehrfach versucht, kein Chance. Ich hatte meine Kameras abgelegt und wollte nur das Plakat vorbeibringen, kein Erbarmen. Argumentieren half da wenig, wenn Schikane auf der Tagesordnung steht. Zum Glück habe ich für diese Aktionen einen Zeugen.
Also kein Fotowechsel, keine Unterschriften. Ich wollte mich noch beim Media-Chef in der Schwimmhalle beschweren, doch der war nicht da. Also geht eine E-Mail an den DOSB. Geht man so, gezielt und schikanös, herrisch und nach Gutsherrenart mit Gästen um? Heute schon!

Um 12.00 Uhr war der EYOF-Ausflug auch schon vorbei und bei Regen verließen wir das ganz tolle und super organisierte EYOF 2017.

Der Wettkampf selber:
– es wurde mit Vorstart gearbeitet;
– es gab eine zweites 50m Becken auf dem Gelände im Freien;
– das Wettkampfbecken hat 10 Bahnen, es wurde auf 8 Bahnen im Vorlauf und Finale geschwommen;
– es gibt keinen Live-Stream;
– es gibt eine EYOF-Tageszeitung; die erste Ausgabe erschien am 24.7.;
– es gab keine Überkopfstart;
– es gab rote Eimer zum Naßmachen;
– der Eintritt kostete kein Geld;
– die Tribüne lag längs der 50m Bahn auf der dunkleren Seite, ging über 50m und hatte ca. 4 Reihen;
– Disqualifikationen wurden angesagt und begründet;
– es wurde Musik während der Läufe gespielt;
– Abschnitt 1 ging von 09.00 Uhr bis 11.55 Uhr;
– die Halle war recht dunkel; es wurde nicht das komplette Licht angemacht;
– es wurden einige Meeting Records aufgestellt, die auch angezeigt und angesagt wurden;
– die Anschlagmatten waren beidseitig angebracht;
– es gab Shuttlebusse zu den Veranstaltungsorten;
– es gab keine 15m Fehlstartleine; dafür waren die Markierungen an den Leinen sehr genau ausgerichtet;
– die Uhren am Beckenrand liefen auch die längste Zeit während des Wettkampfes;
– bei den Vorläufen wurden keine Sportler vorgestellt;
– auf jeder Seite arbeiteten 2 Schwimmrichter;
– ein gedrucktes Meldeergebnis gab es am Einlass; trotzdem war es sehr gefragt, andere Fotografen wollten es oft von mir einsehen;
– die Reaktionszeiten wurden an der Videotafel angezeigt;
– es wurde mit Rückenstarthilfe gearbeitet;

 

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