blu – Potsdams neue Schwimmhalle

Autor: Mirko Seifert

Der folgende Text beschreibt die neue Wettkampfhalle im „blu“, Potsdam; Spaß- und Wellnessbereich werden ausgeklammert.

Einleitung
Die Bauarbeiten begannen Dezember 2014. Das „blu“ sollte im Dezember 2016 eröffnen. Durch einen Wasserschaden im Keller durch fremde Einwirkung verschob sich die Eröffnung auf nach Pfingsten 2017 – am 6. und 7.6. war es so weit. Während am 6.6. die „Prominenz“ die Halle in Augenschein nahm, war für die Öffentlichkeit am 7.6. der erste Tag. Am 6.6. gab es zudem einen Rekordversuch des Potsdamer SV über die 4x200m Rückenstaffel. Sie stellten einen neuen Deutschen Rekord für Vereine auf.

Der alte Brauhausberg im März 2013.

Der alte Brauhausberg im März 2013.

Außenbereich
Die Bauarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. An der Seite der Rutsche klafft noch eine große Baulücke. Auch ein Stück zwischen der alten und neuen Halle ist abgesperrt und leer. Hier könnte noch ein Fitnessstudio entstehen.
Zurzeit ist die Umgebung gut mit Parkplätzen ausgestattet. Es waren zum Alten Fritz 2017 (15./16.7.) genügend Parkplätze vor dem „blu“ vorhanden – kostenlos. Aber das wird sich ändern. Zum einen wird hier eine Schranke eingebaut. Zum anderen wird es, wenn die alte Schwimmhalle abgerissen wird, in der näheren Umgebung, keine Parkplätze mehr geben. Stattdessen müssten die Teilnehmer auf die Tiefgarage des „blu“ zurückgreifen. Hier kostet ein Tagesticket i. V. m. mit dem Eintritt 2,50 Euro. Wie es bei Wettkämpfen aussieht konnte mir keiner sagen.
Radständer und eine Liegewiese, die auch ausgiebig zum Alten Fritz genutzt wurde, befinden sich vor dem Eingang.

Bauarbeiten an der neuen Schwimmhalle im Dezember 2014.

Bauarbeiten an der neuen Schwimmhalle im Dezember 2014.

Innenbereich
Im Vergleich zur alten Schwimmhalle bzw. zu anderen Schwimmhallen fällt die Großzügigkeit des Einlassbereiches und der Gänge auf. Die Schränke sind zahlreich (mit Chiparmband benutzbar). Die Duschen sind etwas unterdimensioniert. Während des Alten Fritz 2017 war das „blu“ für alle geöffnet. So waren „normale“ Spaßbader genauso in der Halle wie auch Wettkampfsportler. Die „Spaßbader“ schauten hin und wieder durch die Scheibe bzw. stellten sich kurz in den Eingang zum Wettkampfbecken.

Die neue Schwimmhalle im im Juli 2015.

Die neue Schwimmhalle im im Juli 2015.

Wettkampfbereich/Wettkampfbecken
Die Wettkampfhalle hat 10 Bahnen, ist 50m lang und 25m breit und ist an der Fensterseite 2,05m, an der Sprungseite 3,35m tief. Die Schwimmhalle soll genau 25,00 m breit sein. Sollte also einmal quer geschwommen werden (Stichwort: Potsdamer Kurzbahnmeisterschaften) und eine Anschlagmatte befestigt werden, dann könnte das Querbecken zu kurz sein.

Uhren für den Beckenrand wurden zwar angebracht, sind aber weder im Betrieb noch angeschlossen. Der Grund: es befindet sich kein Stromanschluß in der Nähe.
An der Stirnseite des Sprungturmes befinden sich ein kleines Ein/Ausschwimmbecken mit den Maßen 12,5m x 6,25m bei einer Tiefe von 0,30m bis 1,80m Es wurde bereits erwähnt: es gibt einen Sprungturm (3m) und ein Sprungbrett (1m). Ersterer befindet sich zwischen Bahn 2 und 3, das 1-m Brett zwischen Bahn 1 und 2. Die Wellenkillerleinen sind neu und entsprechen FINA-Richtlinien; das Farbmuster wird u. a. gerade bei der WM in Budapest verwendet. Außen grün, dann blau, die Bahnen 4 und 5 sind in Gelb „eingerahmt“, dann geht es wieder abwärts mit blau und grün.

Die neue Schwimmhalle im Jahr 2016.

Die neue Schwimmhalle im Jahr 2016.

Die 10 Rückenstarthilfen wurden von den Potsdamer Bäderbetrieben zur Verfügung gestellt. Sie wurden zum Alten Fritz 2017 erstmalig eingesetzt. Die Zeitmessanlage (Anschlagmatten, Zeitmesstechnik) für das Schwimmen wird von German Timing gestellt. Diese Zusammenarbeit besteht seit 20 Jahren.
Wasserballveranstaltungen laufen anders. Durch die sportspezifische Spielstandsanzeige nutzt der OSC Potsdam Wasserball diese in Eigenregie. Über die Videotafel können zusätzliche Daten (z. B. Videos, Bilder) angezeigt werden.

Ein Problem war die Hitze in der Schwimmhalle. Am Beckenrand gerade noch erträglich, auf der Tribüne kaum auszuhalten. Das bestätigten mir etliche Eltern. Die Tribüne hat Platz für 400 Personen; sie sitzen auf Bänken ohne Lehnen. Am Ende der Tribüne gibt es einen Imbissstand, der fester Bestandteil des „blu“ ist.

Potsdam, Juli 2017: das Wettkampfbecken während des Alten Fritz.

Potsdam, Juli 2017: das Wettkampfbecken während des Alten Fritz.

Der Sound ist sehr gut, Musik und Sprecher waren sehr gut zu verstehen.
Ärgerlich ist die Ablaufrinne am Wasserbecken. Sie ist viel zu schmal. Bei viel Betrieb im Schwimmbecken oder kräftigen Wellenbewegungen schwappt das Wasser sofort und ohne Verzögerung über die Rinne und läuft an den Rand. Es gibt zwar Abflussflächen dafür, doch nass ist und war es immer! Der Abstand zwischen Wand und Schwimmbecken beträgt nur ca. 3,50 m. Mehr Platz befindet sich hinter den Startbrücken. Hier wurden auch die Sitzbänke verbaut. Nur doof, dass man während des Wettkampfes hier nicht sitzen soll.

Potsdam, Juli 2017: Außenansicht des "blu" vom Hauptbahnhof.

Potsdam, Juli 2017: Außenansicht des „blu“ vom Hauptbahnhof.

Das Licht ist vorsichtig ausgedrückt ein Witz. Es gibt kein Deckenlicht. Lediglich an allen Seiten, so auch auf den Startbrücken, befinden sich Lampen. Im Wasser gibt es auch Licht, ist aber nicht der Rede wert. Zwar befindet sich eine Glasfront auf der Seite der Hauptstartbrücke (gegenüber dem Sprungturm) und auch längs befinden sich einige Fenster, doch was passiert, wenn es kein Tageslicht gibt? Dann ist es zu dunkel. Es war beim Alten Fritz schon auf der Seite der 50m Starts dunkel, als es draußen bedeckt war. Viel Spaß bei den Aufnahmen der Wasserballer, die überwiegend abends spielen.

Die Videotafel befindet sich auf der Seite des Sprungturmes und misst 7,5 qm – es hätte auch größer sein können, Platz ist genug da. Auf dieser Tafel können Ergebnisse, Bilder und Videos laufen. Eine spezielle Wasserballanzeigetafel befindet sich gegenüber der Tribüne. Sie stammt noch aus dem alten Brauhausberg. Aus der alten Schwimmhalle sollte eigentlich auch das Wandmosaik des kleinen Beckens mitgenommen werden. Doch es wurde lediglich „nachgebaut“, die Originalteile konnten nicht mitgenommen werden.
Das Becken selber ist kein Edelstahlbecken. Das überrascht dann doch. Es wurde mit Fliesen gearbeitet.

Potsdam, Juli 2017: Außenbereich des "blu".

Potsdam, Juli 2017: Außenbereich des „blu“.

Weitere Wettkämpfe
Das „blu“ wird hauptsächlich vom Wasserball für Wettkämpfe genutzt. Das war auch schon in der alten Schwimmhalle der Fall. Weitere Schwimmwettkämpfe gibt es erstmal offiziell nicht; vielleicht werden die Potsdamer Kurzbahnmeisterschaften (Oktober) wieder zum Leben erweckt.
Am 25./26.11.2017 findet im „blu“ der Norddeutsche Jugendländervergleich statt.

Potsdam, Juli 2017: das 1-m-Brett auf der Seite der 50m Starts.

Potsdam, Juli 2017: das 1-m-Brett auf der Seite der 50m Starts.

Die alte Schwimmhalle
Die Schwimmhalle ist geschlossen, das Wasser abgelassen. Sie wird demnächst abgerissen. Auf ihr entstehen Eigentumswohnungen.

2017 - die alte Schwimmhalle, das Wasser ist abgelassen.

2017 – die alte Schwimmhalle, das Wasser ist abgelassen.

Tabelle: Vergleich SH Potsdam „blu“, SH Dresden und SSE Berlin, Stand: Juli 2017

Potsdam Dresden SSE
Bahnen 10 8 10
Länge 50m, Fliesen 50m, Edelstahl 50m, Fliesen
Tiefe 2,05 bis 3,35m 2m 3m
Separates Ein/Ausschwimmbecken ja

(12,5 x 6,25m)

ja

(12,5m), 4 Bahnen, 8m breit

ja

(50m Becken, 8 Bahnen), Sprungbecken

Wassertemperatur Wettkampf + 27,2 Wettkampf: + 26,7

Lehrschwimm: + 31,3

Wettkampf

16.12.: + 26,7; 18.12.: + 27,0

auf 25m verschiebbar nein; Querschwimmen möglich nein ja
Parkplätze ja, Tiefgarage in umliegenden Parkhäusern, auf der Straße begrenzt kein Parkkonzept, loses Parken im Umfeld
Öffentlicher Nahverkehr Hauptbahnhof nur ca. 200m entfernt Tram, ca. 400m zu Fuß Tram, S-Bahn, Bus, ca. 100m zu Fuß
Tribüne 400 400 ca. 3.000
Geöffnet für Vereine, Öffentlichkeit Vereine, Öffentlichkeit Vereine, Öffentlichkeit
Eröffnet offiziell 7.6.2017 13.12.2016 6.11.1999
Erster Wettkampf 15.7.2017, Alter Fritz 26. Christstollen-SF LPWK 5. Klasse
Anzeigetafeln 1; 7,5 qm;

1 nur für Wasserball

2 1; neue Tafel ab September 2017

Links:
Bilder:
Alter Fritz Abs. 1: http://mirkoseifert.de/veranstaltung/id/2153
Alter Fritz Abs. 2: http://mirkoseifert.de/veranstaltung/id/2154

Ältere Beiträge zum Thema „Potsdams neue Schwimmhalle“:
23.5.2017: https://derseifert.wordpress.com/2017/05/23/potsdams-blu-eroeffnet-mit-rekordversuch/
20.4.2017: https://derseifert.wordpress.com/2017/04/20/neue-schwimmhalle-potsdam-technik-wurde-eingebaut/
17.3.2017: https://derseifert.wordpress.com/2017/03/17/alter-fritz-2017-erster-wettkampf-in-potsdams-neuer-schwimmhalle/
26.9.2016: https://derseifert.wordpress.com/2016/09/26/potsdams-neue-schwimmhalle-eroeffnung-erst-2017/
19.7.2016: https://derseifert.wordpress.com/2016/07/19/potsdams-neue-schwimmhalle-blu/
21.2.2016: https://derseifert.wordpress.com/2016/02/21/bauarbeiten-an-potsdams-neuer-schwimmhalle/

 

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