Was kostet der Leistungssport Schwimmen den Eltern 2017?

Autor: Mirko Seifert

Vor zwei Jahren, im Mai 2015, habe ich an dieser Stelle eine erste Kostenaufstellung veröffentlicht. Damals wie heute geht es um die Frage, was der Leistungssport Schwimmen konkret in Deutschland anhand eines Beispiels kostet. Keine theoretische Abhandlung, keine Schätzung, keine Durchschnittswerte.

Das vorliegende Beispiel bezieht sich auf Deutschland. Eine Kostenaufstellung für die USA folgt. Auch 2017 sind die Zahlen ähnlich wie 2015, das Fazit lautet: Leistungssport muss man sich leisten können!

Der größte „Sponsor“ der Schwimmer sind die Eltern. Im vorliegenden Beispiel wurden mind. 6.855 Euro für die Saison 2016/2017 ausgegeben. Da eine Grundausstattung bereits vorhanden war, entfielen diese Kosten. Pro Monat wären das 571 Euro. Diese Ausgaben müssen aus zusätzliche Ausgaben pro Person verstanden werden. Die Grundkosten für die Familie stehen auf einem anderen Blatt. Sollte eine Familie einen zweiten Sportler auf eine der Sportschulen schicken, erhöhen sich die Kosten.

Da die Zuschüsse pro Bundesland und Schwimmverband ganz unterschiedlich gehandhabt werden, gibt es auch keine allgemeingültige Zahl, die die Kosten eines Leistungssportlers für ganz Deutschland beschreiben kann. Aber selbst mit den Zuschüssen werden keine 100 % der tatsächlichen Kosten gedeckt. Der prozentuale Anteil der Zuschüsse dürfte sich im einstelligen Bereich bewegen.

Generell kann festgestellt werden, dass die Kosten pro Jahr auf der Sportschule steigen. Während im ersten Jahr noch wenig für Trainingslager aber dafür mehr für die Grundausstattung ausgegeben werden muss, ändern sich die Prioritäten in den Folgejahren. Die Trainingslager im vorliegenden Fall schlagen mit 2.485 Euro zu buche, das sind 36 % des Gesamtbudgets.

Sollte der Sportler kein Internatssportler sein, entfallen einige Posten. Andererseits sind hier keine Kosten der Eltern berücksichtigt, die die tatsächlichen Fahrkosten der Eltern für ihre Kinder umfassen. Kosten, die die Eltern für Wettkampfbesuche aufbringen (Reise/ Unterkunft/ Verpflegungskosten) wurden komplett ausgeklammert. Hier sind je nach Reiseort- und Möglichkeit der Teilnahme noch einmal mehrere Hundert Euro im Jahr hinzuzurechnen.

Schon fast zu vernachlässigen sind die Gebühren für die DSV Lizenz (10 Euro), die Sportgesundheit (in diesem Fall frei). Auch die Wettkampfgebühren werden vom Verein gezahlt; andererseits gibt es die Vereinsgebühren.

Eine zweite Seite zeigt ausgewählte Preise von Wettkampfequipment. Neuerwerbungen stehen mit mind. 50 bis 499 Euro pro Wettkampfanzug/hose zu buche. Männer zahlen weniger, Frauen mehr. 2015 kostete der teuerste Anzug bei arena 399 Euro (Carbon Flex fullbody short leg), jetzt sind es 479 Euro (carbon ultra Frauen).

Die folgenden Tabellen zeigen die Kosten einer Sportschülerin in Potsdam, 9. Klasse.

Link: Kosten Deutschland Leistungssport Schwimmen Mai 2017 (PDF)

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