Masters (DM Wetzlar) – Sportgesundheit auf dem Prüfstand

Autor: Mirko Seifert

Sportgesundheit mit Fragezeichen
Was taugt der Stempel auf dem Schein zur Sportgesundheit? Diese Frage muss sich der Interessierte Beobachter von Masters-Wettkämpfen in der letzten Zeit stellen. So häufen sich die bekannten Vorfälle.

Die Sportgesundheit muss jeder Sportler, der bei Wettkämpfen teilnimmt, einmal im Jahr neu nachweisen. In den Ausschreibungen gibt es immer einen Passus, der sich darauf beruft. Geregelt ist die Sportgesund im Allgemeinen Teil Wettkampfbestimmungen Schwimmen (vom 4.11.2016), § 11.
In der Ausschreibung für Wetzlar stand:
12. Lizenz, Sportgesundheit …
… „Mit der Meldung ist die Erklärung der Sportgesundheit gemäß der WB §7 abzugeben.“

Die Ausschreibung der NDM 2017, Braunschweig, schreibt dazu noch etwas Genaueres:
„… und das sie ihre Sportgesundheit durch ein ärztliches Zeugnis nachweisen können, welches nicht älter als in Jahr ist.“

Die Sportgesundheit kann jederzeit im Laufe des Jahres durch die Sportler beim Arzt neu angefertigt werden. Kontrolliert werden diese „Zeugnisse“ z. B. vom Schwimmwart der Vereine. Welche Untersuchung speziell vorgesehen ist, steht nicht in den Wettkampfbestimmungen. Ein Belastungs-EKG und die Kontrolle dieser Werte sollten mindestens auf der Untersuchungsliste stehen. Sollte.

Aktueller Anlass ist das Unglück eines Sportlers über 400m Freistil nach dem Zielanschlag in Wetzlar, DM Masters Lange Strecken, 28. – 30.4.2017. Er wurde von einem Sportler rausgezogen und musste wiederbelebt werden. Doch es half nichts. Er verstarb im Nachhinein. Da es den verunglückten Sportler zweimal beim DSV gibt sind die Einträge der Ergebnislisten durcheinander.
So berichten Teilnehmer, dass die ganze Situation danach sehr belastend gewesen wäre und sie sich sofort an Hannover 2016 erinnern mussten. Der Wettkampf wurde aber weitergeführt. Der betroffene hat, auch anders als in Hannover, einen Zeiteintrag im Protokoll stehen. Der Ausrichter ließ es danach den Sportlern selbst zu entscheiden, ob sie sich für ihr Einzel abmelden oder nicht. Abgemeldete Sportler im Einzel durften aber dennoch ihre Staffeln schwimmen.

Protokolle – was sie schreiben und was nicht
Die Protokolle über diese speziellen Veranstaltungen sind dann auch ganz unterschiedlich in ihrer Aussagefähigkeit. Während Hannover 2016 und Berlin noch grob darüber Auskunft gaben was passierte, fehlen in den Protokollen von London, Wetzlar und Luckenwalde jegliche Hinweise darauf. Nun muss auch nicht jedes Detail veröffentlicht werden; ein genereller Hinweis ist dennoch angebracht. Das ist die Aufgabe der Protokolle.

Vorfälle in der Vergangenheit
Schon zur Masters-DM Hannover 2016 im November kam es zum einem tragischen Unfall. Ein Sportler starb während seines Wettkampfes im Wasser. Die Veranstaltung wurde anschließend abgebrochen.

Zur Master-EM in London 2016 musste ein deutscher Sportler wiederbelebt werden. Er überlebte. Die Veranstaltung wurde fortgeführt.

Ebenfalls im letzten Jahr kam es zu einem Unfall bei den Masters DM der DLRG. Der Wettkampf wurde weitergeführt.

Bei den NDM Masters in Berlin vor ein paar Jahren brach ein Sportler nach dem Wettkampf zusammen und konnte reanimiert werden. Der Wettkampf wurde unterbrochen und anschließend weitergeführt.

Vorfall außerhalb der Masters
Ein Schwimmtrainer in den USA, Jason Turcotte, verstarb letztes Wochenende in Atlanta. Er war der Trainer u. a. von Jade Foelske und trainierte die Senior 1 Gruppe beim Dynamo Swim Club.

Kai Steinbrunn, Sprecher des DSV über viele Jahre u. a. bei den DM und dem Weltcup, verstarb kurz vor den Deutschen Meisterschaften 2014.

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