Rio, J-EM und J-WM – ein Vergleich

Autor: Mirko Seifert

Die Saison 2015-16 ist vorbei. Zeit, sich einige Sportler einmal genauer anzuschauen.
Die Auswertung unter dem Link zeigt Sportler im Schwimmen der Junioren-EM 2016 und Junioren-WM 2015, die auch in Rio 2016 gestartet sind.

Link: Vergleich JEM, JWM und Rio 2016 (PDF)

J-EM vs. Rio 2016
Alle Sportler waren in Rio langsamer als in Ungarn 4 Wochen zuvor. Ein Vergleich ist nur möglich, wenn ein Sportler beide Strecken bei beiden Wettkämpfen schwamm. Klar, in Rio schwammen die Sportler nur wenige Strecken, auch das Weiterkommen ins Semi oder Finale war erheblich schwerer als in Ungarn.
Hugo Gonzalez de Oliveira (Jg 1999, Spanien), der Pechvogel über 200m Lagen in Ungarn (Disqualifikation), brachte es über 200m Rücken immerhin ins Semifinale. Über 200m Lagen war er in Rio nicht am Start.

Ajna Kesely (Jg 2001, Ungarn) war die große Abräumerin in Ungarn. In Rio dagegen waren ihre Zeiten über 200m Freistil um ca. 2 Sek. und über 400m Freistil um ca. 4 Sek. langsamer. Über die 4x200m Freistilstaffel qualifizierte sie sich fürs Finale.

Weiterer Starter in Ungarn und in Rio waren Tamila Holub, Anja Crevar, Barbora Seemanova, Sara Franceschi, Ana Dascal und Fatima Alkaramova.

J-WM 2015 vs. Rio 2016
Im August 2015, vor genau einem Jahr, fand in Singapur die Junioren-WM statt. Einige der Stars starteten nicht nur ihren Siegeszug in Singapur, sondern setzen ihn bei Olympia 2016 fort. Mit Kyle Chalmers (Jg 1998, Australien) und Penny Oleksiak (Jg 2000, Kanada) gab es sogar zwei Olympia-Sieger 2016.

Nicht in Form, eigentlich schon seit der Kurzbahn-EM in Israel im Dezember 2015, war Viktoria Gunes. Bei der Junioren-WM noch Schwimmerin des Events und 3-fache Junioren-Weltmeisterin, waren alle Zeiten in Rio langsamer als in Singapur.
Anton Chupkov (Jg 1997, Russland) gewann in Singapur die 100m und 200m Brust – in Rio wurde er über 200m Brust dritter.
Die Japanerin Rikako Ikee (Jg 2000) konnte sich zwar über alle ihre Strecken steigern, doch es reichte „nur“ für ein Finale.

Dann gibt es Sportler, die bei der Junioren-EM 2016 hätten mitschwimmen können, ihren Fokus aber auf Rio 2016 legten. So gingen Arina Openysheva (Jg 1999, Russland) und Georgia Coates (Jg 1999, Großbritannien) in Rio an den Start. Arina konnte einmal sich gegenüber Singapur verbessern; Georgia schwamm nur einmal über 200m Freistil. Mit dieser Zeit wäre in Ungarn nichts zu gewinnen gewesen.

Türkei
Wie schnitten die Sportler von Miro Zeravica ab? Er trainierte noch bis Oktober 2015 in Berlin.
Nida Ustuntag, 200m S Platz 22 in 2:10,02
Ekaterina Avramova, 200m R Platz 21 in 2:12,98

Michael Andrew vs. Johannes Hintze
Beide sind Jahrgänge 1999 und in ihren Heimatländern die „Altersklassen-Pulverisierer“ schlechthin. Johannes hält 43 AKR mit Stand vom 20.7.2016; Michael verewigte sich 25 mal (14x Kurzbahn, 11x Langbahn). Beide Schwimmer sind die großen Hoffnungen für die Zukunft. Doch die Zukunft fand gerade statt – in Rio. Während Johannes Hintze immerhin auf Platz 18 über 400m Lagen kam musste Michael Andrew das Geschehen aus der Ferne betrachten.
Beide unterscheiden sich grundsätzlich in den favorisierten Strecken. Während Johannes bei den 400m Lagen (aber auch 200m Lagen) national vorne mitschwimmt konzentriert sich Michael auf die 50m-Sprintstrecken (200m Lagen kann er auch gut, wenn es ins Wettkampfprogramm passt). Nur sind bis auf die 50m Freistil alle anderen 50m-Strecken nicht olympisch. Vielleicht war es ein Fehler seinen Eltern (die auch die Trainer sind), nur auf die 50m Strecken zu setzen. Gut, in den USA ist die Leistungsdichte in der Offenen Klasse höher als in Deutschland.

Im Film „Zeit für Legenden/Race“ (USA 2016) heißt es sinngemäß:
Rekorde sind unwichtig. Zu jedem Zeitpunkt kann ein unbekannter auftauchen die dir deinen Rekord wegschnappen. Aber eine Medaille bei (z. B.) Olympia, die kann dir keiner nehmen.
Ein weiterer Aspekt im Film ging der Frage nach, ob Talent reicht: Ja, du bist talentiert. Das sind andere auch. Doch reicht das für Siege bei wichtigen Wettkämpfen? Du musst auch im Kopf ein Champion sein.

Link: Vergleich JEM, JWM und Rio 2016 (PDF)

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