Sport in der Türkei 2016

Autor: Mirko Seifert

Die Türkei macht politisch zurzeit mächtig negative Schlagzeilen. Diese wirken sich auch auf den Sport im eigenen Land aus. Das Land ist seit Jahren sportlich bestrebt, große und kleine internationale Events auszurichten. Doch mit der neuen Situation, z. B. dem Ausnahmenzustand, könnten einige Events und Sportler in Bedrängnis geraten.

Miro Zeravica
Miro, der von 2014 bis Oktober 2015 in Deutschland in Berlin als Trainer arbeitete (z. B. für Anna Dietterle, Felix Auböck, Lisa Graf), lebt und arbeitet seit Ende 2015 als Schwimmtrainer in Istanbul.
Er selbst bezeichnet die Zeit der vergangenen Wochen also irritierend und verstörend, doch die Lage habe sich beruhigt.

Zwei seiner Schützlinge werden bei den Olympischen Spielen in Rio starten:
Zum einen Nida Ustuntag über 200m Schmetterling (Jahrgang 1996, Meldezeit 2:10,23) und zum anderen Ekaterina Avramova (Meldezeit 2:11,21) über 200m Rücken. Er selber wird nicht in Rio sein, weil er ein Vereinstrainer ist und nicht dem Türkischen Schwimmverband als Trainer angehört. Pikant: Ekaterina Avramova wechselte vom Ausland (hier: Bulgarien) in die Türkei, genau wie Viktoria Zeynep Gunes.

3 Frauen und 1 Mann bei den Olympischen Sommerspielen
Die Türkei schickt 4 Schwimmer nach Rio, 2 davon werden von Miro trainiert: Nezir Karap (400 F, männlich), Nida Ustuntag, Ekaterina Avramova und Viktoria Zeynep Gunes (400 L, 100 B, 200 B). Die größten Medaillenchancen liegen bei Viktoria Gunes.

Gunes – da war doch was: man denke auch an die  18 jährige Viktoria Zeynep Gunes, die 2014 aus der Ukraine wegen des militärischen Konfliktes in die Türkei flüchtete. Wollte sie Sicherheit für sich und ihren Sport, so kann man die Frage schon stellen, ob diese Entscheidung richtig war.

Winter EYOF 2017 in der Türkei
Im Februar 2017 sollen in Erzurum, Türkei, die EYOF Winterspiele stattfinden (11. – 18.2.). Wie wird sich der DOSB mit den Verbänden abstimmen, damit die Sportler freiwillig und ohne Druck daran teilnehmen können? Schon in Israel, zur Schwimm-EM im Dezember 2015, gab es einen großen Aufschrei seitens des Ungarischen Verbandes Richtung Israel. Der DSV überließ den Aktiven die Entscheidung, daran teilzunehmen. So sagte trotz Qualifikation z. B. Johannes Hintze seinen Start ab.

Trainingslager Türkei
Es gibt einige Vereine und Trainingslager beim DSV, die in der Türkei stattfinden. Das Perspektiv-Team ist regelmäßig in Belek. Auch die Sportler des SV Würzburg 05 machen regelmäßig Station in der Türkei. Das DSV Nationalteam bereitete sich für die WM 2015 in Russland in Belek vor.
Es wird sich zeigen, ob die Trainingslager auch weiterhin dort veranstaltet werden.

Doping in der Türkei
Letzte Woche gab das IOC bekannt, dass es einen Türkischen Gewichtheber die Silbermedaille wegen Dopingfundes aberkannte (Link: IOC sanctions Turkish weightlifter for failing anti-doping test at Beijing 2008.)

Bosporus Freiwasserschwimmen
Ungeachtet der Situation in dem Land fand am 26.7.2016 das „28. Bosporus Kontinental Freiwasserschwimmen“ statt. 1.500 Schwimmer von 49 Nationen schwammen die 6,5 km lange Strecke. Zu Schwierigkeiten kam es nicht.

Links:
Türkei Rio Schwimmer
Bosporus Freiwasser

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