Malin Grosse Interview

Autor: Mirko Seifert

Malin hat bei ihren letzten Wettkämpfen gezeigt, dass sie nicht nur die Jahrgangsbeste (2002) über 50 m, 100 m und 200 m Brust ist, sondern die Nominierung für die Junioren-EM 2016 vor allem über sie läuft: beide Pflichtzeiten über 100 m und 200 m Brust hat sie bereits unterboten. Ich sprach mit ihr über ihren aktuellen Leistungsstand:

Berlin, 4. Juni 2015: Abschnitt 9 (Siegerehrungen) der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften vom 2. bis 6.6.2015 in Berlin.: Siegerehrung 100m Brust weiblich Jg 2002. Platz 2 zeitgleich. Es fehlt Platz 2 M. Renz. Emma von Bahder (li) und Malin Grosse (re).

Berlin, 4. Juni 2015: Abschnitt 9 (Siegerehrungen) der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften vom 2. bis 6.6.2015 in Berlin.: Siegerehrung 100m Brust weiblich Jg 2002. Platz 2 zeitgleich. Es fehlt Platz 2 M. Renz. Auf dem Bild Emma von Bahder (li) und Malin Grosse (re).

Wann und bei wem hast du mit dem Schwimmen begonnen?
Malin: Ich habe 2008 bei Wolfgang Kalisch mit dem Schwimmen angefangen.

Bei wem und mit wem trainierst du zurzeit?
Im Moment trainiere ich in der Kadergruppe des LSN bei Carsten Gooßes am Sportleistungszentrum Hannover zusammen mit Madlen Wendland, Tom Reuther, Phillip Brand und vielen anderen.

2014 warst du Mehrkampfsiegerin über die Brust-Strecken, ein Jahr später Platz 1 über 100m und 200m Brust bei den DJM – so kann es weitergehen?!
Natürlich wäre es schön, wenn es so weiterginge! Aber man muss erstmal abwarten wie ich mich weiterentwickle.

Was sind deine Ziele für 2016 und darüber hinaus?
Mein Ziel für dieses Jahr und auch in Zukunft ist es mich weiter zu verbessern. Ich muss dann sehen wie weit es geht und wofür es reicht. Wenn es dann für den ein oder anderen internationalen Wettkampf reicht, würde ich mich natürlich freuen.

Deine Hauptlage ist Brust, aber auch in Lagen schwimmst du vorne mit. Wo liegt dein Schwerpunkt?
Der Schwerpunkt liegt klar bei den Bruststrecken. Aber auch die Lagen machen mir Spaß und sind ja auch wichtig, um vielseitig zu bleiben. Außerdem werden die Lagen auch für die Qualifikation zu bestimmten Wettkämpfen verlangt.

Welche Distanz liegt dir besser – 50m, 100m oder 200m Brust?
Am besten liegen mir die 200 m Brust, da ich nicht so der typische Frequenzschwimmer bin. Die 200 machen mir auch am meisten Spaß.

Beim Piranha Meeting 2016 bist du neue Landesrekorde (AK 14) von Niedersachsen geschwommen und auch bei den Landesmeisterschaften Mitte April warst du nochmals schneller. Woraus resultiert dein Leistungsschub in den letzten 12 bis 18 Monaten? Wer hat daran einen Anteil?
Bis Mitte 2014 habe ich in der Gruppe von Ildico Bundic trainiert und dort viel gelernt und bin dann in die Gruppe von Carsten Gooßes gewechselt. In meiner neuen Gruppe kann ich gut trainieren. Da ich zu den Jüngsten gehöre, habe ich genug Ansporn durch die Älteren in der Gruppe. Das Training ist intensiver geworden und das zeigt sich dann auch im Wettkampf. Ich fühle mich wohl in der Gruppe und das Training macht Spaß.

Wie wichtig sind dir Altersklassenrekorde?
Der erste Deutsche Altersklassenrekord war schon ein tolles Gefühl. Aber wichtiger als Rekorde ist mir, dass ich meine Ziele erreiche und mich weiterentwickle.

Zur Zeit (April 2016) seid ihr im Trainingslager in Belek, Türkei. Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Wenn wir morgens laufen gegangen sind, sind wir um 7:30 Uhr aufgestanden und haben gefrühstückt. Nach 5 bis 6 km Laufen hatten wir dann die erste Wassereinheit. Danach dann Mittagessen und Mittagspause. Am Nachmittag folgte dann die zweite Wassereinheit und manchmal noch Krafttraining oder Stabi. Später hatten wir noch genug Zeit zu chillen.

Wo liegt euer Schwerpunkt in Belek?
In Belek sollte insbesondere Ausdauer aufgebaut werden. Aber zum Glück haben wir auch viel Brust trainiert 😀.

Du trainierst in Hannover bei der SGS. Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei dir aus?
Ich schwimme für die SGS Hannover, trainiere aber in der Kadergruppe Gooßes des LSN. Ich stehe jeden Tag um 6:00 Uhr auf, frühstücke und fahre in die Schule. Nach 6 Stunden Unterricht an der Humboldtschule Hannover, fahre ich ins Teilzeitinternat, esse dort zu Mittag und mache meine Hausaufgaben. Von 16:15 Uhr bis 19:00 Uhr habe ich Training am Sportleistungszentrum, das aus einer Wassereinheit mit anschließendem Kraft-oder Athletiktraining besteht. Danach esse ich zu Hause Abendbrot, chille noch ein bisschen und gehe schlafen. Zweimal die Woche haben wir Frühtraining von 7:00 Uhr bis 9:00 Uhr vor der Schule. Meine Schule ist keine echte Sportschule, wo der Unterricht um den Sport herumorganisiert wird. Es ist ein ganz normales Gymnasium mit überwiegend Nichtsportlern und einzelnen Sportklassen, in denen Sportler und Nichtsportlern gemeinsam unterrichtet werden. Wenn wir Frühtraining haben, können wir den verpassten Unterricht der ersten zwei Stunden im Anschluss an den normalen Unterricht nachholen.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin sportlichen Erfolg!

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