Robin Neumann Interview

Autor: Mirko Seifert

Dordrecht, 12. Juli: Robin Marian Neumann beim Tag 2 der KNZB Challenger während der Mittagspause der Junioren EM 2014 in Dordrecht. Der KNZB Challenger fand am 11.7. und 12.7.2014 (13.30 Uhr) statt.

Dordrecht, 12. Juli: Robin Marian Neumann beim Tag 2 der KNZB Challenger während der Mittagspause der Junioren EM 2014 in Dordrecht. Der KNZB Challenger fand am 11.7. und 12.7.2014 (13.30 Uhr) statt.

Das wöchentliche Interview kommt heute aus den Niederlanden. Dorthin zog es Robin Neumann im Jahr 2011, zuvor lebte und startete sie in Deutschland. Was die in Paris geborene Schwimmerin über ihr abwechslungsreiches Schwimmerleben zu berichten weiß lest ihr hier:

Wie bist du zum Schwimmen gekommen?
RN: Ich begann mit 6 Jahren in einen Club in London zu Schwimmen. Dort hat man mir gesagt, dass ich gut im Wasser liege. Sehr früh hat es mir schon viel Spaß gemacht und bevor ich es wusste, habe ich 4 mal die Woche trainiert.

Zunächst ging es in Deutschland weiter. Wo und bei wem bist du geschwommen?
RN: Wir sind 2009 nach München gezogen und ich begann bei der SG Stadtwerke München. Mein Trainer war Dino Bortot, mit dem ich ein Jahr trainiert habe. Danach trainierte ich auch ein Jahr bei Janine Pietsch weiter. Bei Dino begann für mich eigentlich so richtig meine Schwimmkarriere, denn 2010 bin ich über 200 Rücken Deutsche Jahrgangsmeisterin geworden.

Dann der Wechsel in die Niederlande. Wie kam es dazu?
RN: 2011 zog ich mit meiner Familie nach Amsterdam. Mein Vater arbeitet in der Hotellerie und durch ihn bin ich sehr international aufgewachsen (in Paris geboren, dann nach Frankfurt am Main,
Stockholm und London … bevor wir nach München kamen). Meine Mutter ist Holländerin und daher sind wir nach Holland gezogen, mein Vater ist Österreicher und er arbeitet nun in Brüssel.

Der Wechsel nach Holland ging super. Ich begann beim RTC Amsterdam (Regionales Trainingszentrum für Holland) und konnte im Jahr 2011 im Sommer bei den EYOF (European Youth Olympic Festival) in Trabzon für Holland starten. 2012 habe ich an den European Youth Championships in Antwerpen teilgenommen und im Jahr 2014 war ich in Nanjing bei den Youth Olympic Games dabei.

Wo und mit wem trainierst du heute?
RN: Seit 2014 bin ich Mitglied des NTC (National Training Center) in Amsterdam und trainiere mit Martin Truijens. Unter Martin habe ich meinen bisherigen größten Erfolg erzielt: Bei den European Shortcourse Championships in Natanya, Israel 2015, bin ich über 200 Kraul Vierte geworden.

Ihr ward gerade im Trainingslager in Thailand. Wo liegen dort eure Schwerpunkte?
RN: Wir waren 3 Wochen im Trainingslager (übrigens zur gleichen Zeit wie die Deutsche Mannschaft); die Schwerpunkte für mich waren: Kraftverbesserung vor allen in meinen Armen und die Verfeinerung meiner Technik.

Welche Maßnahmen unternehmt ihr noch vor den Olympischen Sommerspielen 2016?
RN: Ich schwimme Anfang April in Eindhoven meine letzte Qualifikation und hoffe, mich dort für die Spiele qualifizieren zu können.

Was sind deine Saisonziele für 2016?
RN: Qualifikation für die Europameisterschaften in London und die Teilnahme bei den Rio Olympics (4 x 200m Freistil).

Und darüber hinaus?
RN: Immer wieder die Olympischen Spiele im Visier natürlich!

Die Konkurrenz in den Niederlanden, speziell bei den Frauen, ist recht groß. Wie gehst du damit um?
RN: Das stimmt, es ist ein super Team mit vielen Talenten auf Top-Niveau. Ich habe erst letztes Jahr so richtig mit Kraul begonnen, vorher war ich ja mehr ein Rücken-Spezialist. Ich finde die nationale Konkurrenz sehr anregend und eine große Motivation, um mehr zu trainieren und schneller zu schwimmen. Bei allen Wettkämpfen ist es dann umso spannender.

Du hast eine Weile in Deutschland trainiert und gelebt, verfolgst du noch das Geschehen in Deutschland?
RN: Natürlich. Ich finde es super das zu verfolgen, denn ich habe ja auch noch einige Bekannte, die ich immer wieder bei internationalen Wettkämpfen sehe.

Was sind die Hauptunterschiede beim Schwimmen in Deutschland und den Niederlanden?
RN: Die Deutschen sind mehr auf Distanz orientiert, wahrend die Holländer mehr auf Technik und die Verfeinerung ihres Schwimmstils achten.

Denkst du, dass du dich ähnlich sportlich entwickelt hättest, wenn du in Deutschland geblieben wärst?
RN: Das ist schwierig zu sagen. Ich habe mich immer wieder weiterentwickelt, wenn ich umgezogen bin. Habe auch immer wieder Glück gehabt mit meinen neuen Clubs und Trainern. Also das definiert mich schon.

Welchen Stellenwert hat das Schwimmen in den Niederlanden?
RN: Sehr hoch, die Holländer lieben das Schwimmen … momentan sind sie beim Schwimmen auch besser als im Fußball 😉 – aber das wird sich wahrscheinlich wieder ändern. Während der Olympischen Spiele wird Schwimmen immer sehr beachtet.

Noch einmal ein Blick zurück nach 2010. Damals gab es eine Seite in der Zeitschrift „Mädchen“, du und dein Hobby. Wie kam es dazu?
RN: Sehr gutes Gedächtnis! Die Mutter einer meiner Freundinnen aus meiner Klasse war damals Photographin und sie hat mich gefragt, ob ich als Sportlerin daran teilnehmen wollte … war ganz interessant, denn das war mein erstes Interview.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin sportliche Erfolge!
RN: Gerne!

Links:
Bilder und Erfolge
Youtube Interview 2015 in Tilburg (Landessprache)

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