Louis Dramm Interview

Louis Dramm beim 10-Ländervergleich 2015 in Berlin. Bild: Mirko Seifert.

Louis Dramm beim 10-Ländervergleich 2015 in Berlin. Bild: Mirko Seifert.

Autor: Mirko Seifert

Louis Dramm aus Dresden, Jahrgang 2002, schwamm letztes Jahr 7 Altersklassenrekorde. Kein Wunder, dass er ausserdem die Bestenliste des Jahrganges auf der 50m Bahn z. B. über 50 F, 100 F, 200 F, 400 F, 50 S, 100 S, 200 S, 200 L und 400 L anführt. Zeit, sich mit dem Ausnahmeschwimmer aus Sachsen näher zu beschäftigen.

Wann und beim wem hast du das Schwimmer erlernt?
Louis: Schwimmen gelernt habe ich mit 5 Jahren im Kindergarten bei Herrn Senf.

Wie ging es dann weiter?
Louis: Anfang der 2. Klasse begann ich mit dem Vereinstraining bei den Dresdner Delphinen. Ich trainierte 2 x pro Woche bei Jens Böhmert.

Gab es noch andere sportliche Möglichkeiten oder war Schwimmen immer die erste Option für dich?
Louis: Was ja aus der oberen Antwort schon abzuleiten ist, bin ich erst ziemlich spät zum Schwimmen gekommen. Ich war zuerst bei Leichtathletik (Spiel Spass Sport), aber das war nicht so meins. Danach versuchte ich es mit Karate. Erst beim Schwimmsport fand ich das, was mir wirklich Spaß macht. Schon bei meinem ersten Wettkampf war ich relativ gut. Dann dauerte es zwar wieder 1 Jahr, bis ich so gut aufgestellt war, aber danach lief es immer besser.

Beim wem und mit wem trainierst du zur Zeit?
Louis: Ich trainiere am LSP Dresden unter Herrn Bräunlich und Co Trainer Ben Günther. Meine Trainingsgruppe besteht aus 17 Sportlern der 8. – 11. Klasse. Unsere Schwimmhalle befindet sich in der Freiberger Straße in Dresden.

Wie sieht ein typischer Schul- und Trainingstag bei dir aus?
Louis:
Montag 7:00 – 10.00 Uhr Athletik + Wasser, 10:45 – 15:30 Schule und dann wieder von 17:00 – 19:00 Wasser;
Dienstag 8:00 – 14:45 Schule und 16:30 – 18:30 Athletik + Wasser;
Mittwoch 7:00 – 9:00 Athletik + Wasser, 9:55 – 15:30 Schule und dann von 16:00 – 18:00 Wasser; Donnerstag 7:00 – 10:00 Athletik + Wasser, 10:45 – 15:30 Schule und dann wieder von 17:00 – 19:00 Wasser;
Freitag 8:00 -14:45 Schule und 15:15 -17:00 Wasser;
Samstag 9:00 – 11:00 Wasser oder Wettkampf.

An einem normalen Montag stehe ich 5:45 Uhr auf und werde nach dem Frühstück von meinen Eltern zur Schwimmhalle gebracht. Zur Schule und wieder zum Sport fahren wir gemeinsam in der Trainingsgruppe mit der Bahn. Für die Fahrt zwischen Schwimmhalle Freiberger Str. und Sportgymnasium Dresden benötige ich ungefähr eine halbe Stunde. Nach dem Training werde ich wieder abgeholt. Nach dem Abendessen lenke ich mich noch eine bisschen ab (Fernseher, Computer oder Handy) und dann sind meist noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Gegen 21:15 gehe ich dann schlafen.

Wie wichtig sind dir Altersklassenrekorde?
Louis: Natürlich bekommt man jetzt mehr Aufmerksamkeit und es ist ein super Gefühl, wenn man einen AKR geschwommen ist. Am aller tollsten fand ich dieses Jahr meine Lagen AKR’s, denn die waren beide von Johannes Hintze. Johannes ist im Nachwuchsbereich ja das Lagentalent schlechthin und Vorbild für mich. Aber was am Ende zählt ist, wo man später in der offen Klasse in der Welt steht, aber zurück zur eigentlichen Frage: Zurzeit sind sie mir sehr wichtig!

In Schmetterling, Freistil und Lagen – auf diesen Strecken hast du 2015 Rekorde aufgestellt. Welche Lage und welche Strecke liegt dir am besten?Louis: Ich finde diese Strecken sind bei mir relativ gleichwertig, aber wenn ich mich jetzt spontan entscheiden müsste, würde ich sagen 200 und 400 Kraul liegt mir am meisten.

Was sind deine Stärken, woran musst du noch arbeiten?
Louis: Naja, kommt darauf an wie man das definiert. Ich würde sagen, dass meine Körpergröße eine nicht zu verkennende Rolle spielt. Dabei habe ich vielleicht im Gegensatz zu anderen jungen und sehr großen Schwimmern meine Hebel schon gut im Griff. Natürlich ist mann zusätzlich mega motiviert, wenn man erfolgreich ist.

Es gibt aber auch noch viele Baustellen: wie meine Kraft oder die Technik. Außerdem mache ich, seitdem ich mir meine Schulter verletzt habe, regelmäßig Physiotherapie um verletzungsfrei trainieren zu können.

Hast du ein spezielles „Ritual“ oder Vorbereitung vor Wettkämpfen?
Louis: Ein Ritual habe ich so nicht, aber ich esse entweder ein großes Steak oder Nudel mit Lachs vor dem Wettkampf.

Was waren deine bisher schönsten sportlichen Momente?
Louis: Mein erster AKR 2014 über 200 S bei den DJM. Bei Jugend trainiert für Olympia (JTFO) ist die Stimmung immer super und auch der Wettkampf in Klagenfurt zu den United World Games war ein besonderes Erlebnis.

Wer unterstützt dich, wenn es einmal nicht so läuft?
Louis: Hauptsächlich die Familie.

Hast du sportliche Vorbilder?
Louis: Im Schwimmen Ryan Lochte und natürlich Paul Biedermann. Außerhalb des Schwimmsports ist Dirk Nowitzki ein Vorbild, da er als Superstar sehr sympathisch rüberkommt.

Welche Hobbies hast du?
Louis: Das hält sich nach Schwimmen in Grenzen. Für die Sachen, die ich mega finde, habe ich entweder keine Zeit oder ich bin zu groß (Downhill bzw. Parcour). Im Sommer gehe ich gerne mal Windsurfen.

Was sind deine Ziele für das Jahr 2016?
Louis: Na weiter so gut sein und vielleicht den ein oder anderen AKR schwimmen. Bei der DJM 2016 möchte ich viele Podestplätze erreichen.

Und welche sportlichen Ziele hast du darüber hinaus?
Louis: Ich glaube das Ziel hat jeder, mal bei Olympia an den Start gehen zu können und dabei erfolgreich sein.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Link: Bilder und Erfolge

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