Interview Maximilian Oswald

Autor: Mirko Seifert

Wuppertal, 19. November 2015: Maximilian Oswald bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften.

Wuppertal, 19. November 2015: Maximilian Oswald bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften.

Im September 2015 führte ich ein Interview mit Maximilian Oswald für die Vereinszeitung von Spandau 04. Es folgt der original Wortlaut:

Maximilian gehört seit Mai 2015 zu den Wasserfreunden Spandau 04. Im August 2010 wechselte er zur Sportschule Berlin. Er ist mehrfacher deutscher Jahrgangsmeister, Junioren-Europameister, deutsche Meister 2015 über 50m Freistil und nahm 2015 an der WM in Kazan teil. Wir sprachen mit ihm über seine sportliche Zukunft:

Wer ist dein Trainer in dieser Saison? Mit wem trainiert du?
Diese, wie auch letzte Saison, ist mein Trainer Miro Zeravica und ich trainiere mit Felix Auböck und Anna Ditterle.

Du warst im August bei der WM in Kasan. Wie hat dir die WM gefallen, was nimmst du aus Russland von den Welttitelkämpfen persönlich für dich mit?
Es war eine unvergeßliche Erfahrung für mich, dass ich mich mit den Besten der Besten duellieren durfte. Die Atmosphäre während der Wettkämpfe war einfach so berauschend, dass es einen riesigen Motivationsschub gab, den ich bis jetzt immer noch in mir habe und auch bis zu den Olympischen Spielen halten werde, denn ich will auch dabei sein.

Im Mai diesen Jahres kam es zum Einschnitt bei dir und deinem Training. Eure Trainingsgruppe wurde stark umgestellt, außerdem bist du von SG Neukölln zu den Wasserfreunden Spandau 04 gewechselt. Wie siehst du die Situation rückwirkend?
Ich denke letzte Saison ist nicht alles perfekt verlaufen, aber ich habe damit abgeschlossen. Unsere jetzige Trainingssituation ist hervorragend. Die Atmosphäre zwischen den Gruppen stimmt und somit sehe ich das als Chance dieses Jahr besser und geistig freier trainieren zu können und meine Leistung, wenn es drauf an kommt, noch besser abrufen zu können.

Du hast deine Freistiltechnik umgestellt. Warum?
Ich habe meine Freistiltechnik zur „Windmühlentechnik“ umgestellt, das heißt ich schwimme mit gestreckten Armen, aber auch nur bei den 50m-Rennen, weil ich durch die gestreckten Arme einen viel höheren Krafteinsatz ins Wasser bringen kann. Da ich von meiner körperlichen Statur ziemlich muskulös aufgebaut bin, kann ich diesen Kraftvorteil, mit gestreckten Armen, viel besser nutzen.

Du hältst noch einige Altersklassenrekorde. Schaust du dir diese Übersicht hin und wieder an und freust dich, dass deine Rekorde noch Bestand haben?
Das verliere ich relativ oft aus den Augen. Wenn ich aber dann in den Meldeergebnissen bei den Rekorden auf die jeweiligen Strecke schaue und mir auffällt dass mein Name immer noch dort steht, dann freut mich das bei jedem Wettkampf aufs neue.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei dir aus?
Ein typischer Tag beginnt bei mir um 6 Uhr und von 7 – 9:30 Uhr habe ich dann Training. Nach dem Training gehe ich dann zur Uni oder betreibe Regeneration fürs nächste Training. Das beginnt bereits um 15 Uhr und geht bis ungefähr 18:30 Uhr. Danach habe ich dann Freizeit für Freunde oder anderes.

Die neue Saison beginnt mit einem Trainingslager im September 2015 in Rijeka. Was macht ihr dort?
Dort werden die Grundlagen für die jetzt laufende Olympiasaison gelegt. Also es werden Kilometer geschrubbt und Kraftaufbau betrieben, wobei ich sagen muss, dass Felix eher der ‚Kilometer-Schrubber‘ ist, während Anna und ich im Kraftraum leben werden. Jedoch betreibt auch Felix mehr Krafttraining als sonst und Anna und ich schwimmen auch mehr als sonst.

Wie sieht deine weitere Saisonplanung aus?
Diese Saison wird wie im Flug vergehen! Wir sind jetzt in Rijeka bis Oktober, im November sind wir in Zagreb (Wettkampf) fahren dann nach Graz (Österreich: KuBa-Meisterschaft) und dann weiter nach Wuppertal zur deutschen KuBa-Meisterschaft danach geht’s hoffentlich zur KuBa-EM. Dann gibt’s eine kurze Weihnachtspause und im Januar fliegen wir nach Florida. Danach werden wir vermutlich noch einige Wochen in Spanien die Sonne genießen und dann steht schon die DM vor der Tür. Dann geht’s hoffentlich in die direkte Olympia Vorbereitung, wie diese sich gestalten wird, weiß ich jedoch noch nicht.

Welche Ziele hast du für 2016?
Ganz klar ist mein Ziel für 2016 bei der DM den 50 Freistil Titel zu verteidigen und mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Das Optimum wäre natürlich über die 4×100 Freistil und die 50 Freistil, das steht aber noch in den Sternen.

Was machst du außerhalb von Wasser, Training und Wettkämpfen?
Ich versuche möglichst viel Zeit mit Freunden zu verbringen und dadurch einen freien Kopf für die weiteren Trainingseinheiten zu bekommen, jedoch muss ich auch noch für die Uni lernen.

Welchen Tipp kannst du dem Nachwuchs mit auf dem Weg geben?
Da kann ich nur sagen:
„Ihr müsst beißen! Auch wenn es brennt! Egal wie hart und beschwerlich der Weg ist, am Ende wird es sich auszahlen! Die wichtigsten drei Punkte die ihr im Griff haben müsst sind: euer Geist, euer Körper und eure Ernährung. Nur wer im Kopf frei ist, kann Leistung bringen. Um Leistung bringen zu können, müsst ihr euren Körper quälen. Aber damit euer Körper die Qualen aushält und annimmt, müsst ihr euch gut und gesund ernähren.“
„Und egal wozu ihr fragen habt, schreibt mir einfach! Kein Problem, ich helfe gerne weiter!!!“

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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