International Swim-Cup in Berlin

Autor: Mirko Seifert

2015-10-05 halle isc

Das 25m Schwimmbecken beim ISC.

Am 3. und 4.10.2015 fand zum ersten Mal der International Swim Cup (ISC) in Berlin (SSE) statt. Er wurde von SG Schöneberg organisiert. Es war der erste offizielle Wettkampf in der SSE der aktuellen Saison nach DSV-Regeln. „Jugend trainiert für Olympia“ vor 2 Wochen war dagegen eine Schulveranstaltung, das Sichtungsschwimmen letzte Woche keine Veranstaltung nach DSV-Statuten.

Mit 3.840 Einzelstarts wird er wahrscheinlich die Spitze der Einzelstarts der aktuellen Saison übernehmen (bisherige Bestmarke 2.577). Es nahmen ca. 45 Vereine und 6 Länder am Wettkampf teil. Anders als bei den meisten Wettkämpfen gab es einen extra Abschnitt nur mit Finals – alle 50m Strecken, getrennt nach Altersgruppen.

Wegen des großen Meldeaufkommens musste die Anfangszeit am Tag 1 von 13.00 Uhr auf 11.00 Uhr vorgezogen werden; die 400m Freistil wurden komplett gestrichen. Um das große Aufkommen zu managen gab es einen Vorstart mit blauen Zelten. Nur der aktuelle Lauf stand auf der Startbrücke. Als weiteren Anreiz für die Sportler gab es häufig Prämienläufe (wer in diesem Lauf gewinnt erhält die Prämie). Dort wurden Rucksäcke und Trinkflaschen verteilt.

2015-10-05 kamera

Test eines Videobackup Systems, die Kameras wurden unter dem Hallendach angebracht.

Backup-Videosystem erprobt
Vielleicht kennen es einige oder haben es schon einmal gesehen. Bei Wettkämpfen wie Olympische Spiele, WM, den European Games oder der Junioren-WM gab es dieses – Videokameras über den Anschlagmatten, die als Backup fungierten. Dieses System sorgt dafür, dass beim Ausfall der Anschlagmatten mit Bild und der Zeit die Einläufe zugeordnet werden können. Die Konsequenz davon ist, dass die Kampfrichter keine Uhren mehr benötigen und auch der zu drückende Backup-Knopf wegfällt. Die Startbrücke sieht bei diesen Wettkämpfen immer recht leer und aufgeräumt aus.
Bei deutschen Wettkämpfen (DM, auch Weltcup) wurde bisher noch nie solch ein System eingesetzt – bis jetzt. Denn beim ISC am Samstag erprobte eine schweizer Firma neue Kameras. Dazu wurde ein Testsystem über einigen Bahnen am Hallendach installiert. Das System wurde von Mitarbeitern per Kabel und Notebooks im Kampfrichterraum überwacht. Der Wettkampf selber griff nicht auf diese Daten zu, weil ja das Backupsystem mit Kampfrichtern noch existierte.
Der Eindruck, in der SSE werde jetzt solch ein Backup System dauerhaft installiert ist aber falsch. Es war ein Testsystem, dass bei einem Wettkampf erprobt werden sollte. Dazu wurde nach 3 Std. auch das Licht geändert. Zuerst begann der Wettkampf mit Trainingsbeleuchtung, danach wurde das volle Hallenlicht angestellt. Lange dicke Kabel vom Kampfrichterraum zum Hallendach signalisierten auch für Zuschauer, dass hier etwas erprobt wird. Man hätte es auch für Lautsprecherkabel halten können, denn die Kameras waren sehr gut „versteckt“ und nur nach mehrmaligen Hinsehen zu „erspähen“.

Fairplay
Folgende Sportler wurden nicht disqualifiziert, obwohl sie (zum Teil) gegen die Regeln verstießen:
50m Freistil Männer, Lauf 9. Ein Junge sprang überhastet gleich nach dem Startblock Aufstieg ins Wasser. Er durfte noch einmal starten. Der Lauf wurde zurückgepfiffen;
100m Rücken Männer, Lauf 1: ein Sportler sprang mit Badelatschen ins Wasser, merkte aber dann, das er sie noch an den Füßen hatte und zog sie schnell aus; das Kampfgericht merkte es aber auch. Derselbe Sportler hörte nach 50m auf und merkte dann, das er noch 50m schwimmen musste;
100m Rücken Männer, Lauf 2: ein junger Sportler hörte nach 50m Rücken auf und machte noch mal einen Rückstart;
200m Brust Männer, Lauf 5: der übersichtige Lauf mit nur 5 Startern verlief für B. J. Hoffmann am Ende doch noch zufriedenstellend: er startete zuerst auf der falschen Bahn (5 anstatt 3). Da Yannick Lindenberg (Bahn 5) aber nicht am Start war merkte er es nicht. Das Kampfgericht merkte es zuerst auch nicht. Zwar hatte nach 200m Brust Yannick Lindenberg keine Zeit, aber B. J. Hoffmann auch nicht, seine Bahn 3 blieb ja leer. Am Ende wurde Benedikt die Zeit auf Bahn 5 zugeordnet, er belegt noch Platz 2 im Jahrgang;
100m Freistil Frauen, Lauf 17: einer Schwimmerin riß das Brillenband kurz vor dem Start. Die Sportler standen schon auf dem Startblock, das Mädchen heulte. Der Kampfrichter auf ihrer Bahn reparierte die Brille, der Schiedsrichter pfiff die Schwimmerinnen zurück, die Schwimmerin konnte mitschwimmen;

2015-10-05 tesch

Interview mit Josephine Tesch (re) vom Perspektivteam.

Perspektivteam
Drei Mitglieder des DSV-Perspektivteams schwammen mit: Josephine Tesch, Leonie Kullmann und Alexander Kunert. Alle drei Sportler signierten einige Sporttrinkflaschen, die Josephine vor den Finals ins Publikum warf. Ausserdem führte einer der Sprecher, Peter Wuckel, ein Interview mit ihr vor den Finals.
Das Perspektivteam trifft sich in den nächsten 3 Wochen in Saarbrücken und Heidelberg.

Splitter
Joanna Mizak schwamm die 100m Freistil in Schmetterling, weil sie gestern über 100m Schmetterling disqualifiziert wurde.
Leider gab es etliche Abmeldungen beim Finale, sodass zum Teil die Finalläufe nicht vollbesetzt waren. Auch waren einige Sportler unabgemeldet beim Finale, so dass es noch weitere Lücken gab.
Die 50m Strecken wurde mit Namen (ohne Verein) angesagt.
Der 3.10.2015 war der Nationalfeiertag der BRD.
Die Anzeige spielte mit, noch zum Wettkampf „Jugend trainiert für Olympia“ gab es nur Zeiten, aber keine Namen. Auch die Soundanlage wurde überholt. In der Vergangenheit gab es öfters ein „Knacken“ oder Ausfälle; bei diesem Wettkampf lief alles reibungslos.
Es wurden keine Rückenstarthilfen eingesetzt.
Auszubildende des Berliner Schwimmverbandes waren an beiden Tagen mit dabei.
Das Event-Shirt gab es nur am Samstag zu kaufen.
Das Kampfgericht wurde rund-um-die Uhr versorgt: Brötchen, Kuchen und Getränke den ganzen Wettkampf lang. Am Samstagabend waren sogar noch etliche Brötchen übrig. Zum Finale am Sonntagabend bekam das Kampfgericht spezielle Event-Shirts der Veranstaltung.
Auf der Tribüne gab es einen Kuchen- und Getränkestand des Veranstalters.
Die Veranstalter hatten extra einen Veranstaltungsbanner anfertigen lassen, der über 25m entlang der Startbrücke gespannt wurde. Das Motiv der Bäder Betrieb darunter war nicht zu sehen.
Der Eintritt für die Zuschauer war kostenlos.
Im 2. Abschnitt verletzte sich ein Aktiver, die Sanis mussten aktiv werden.
Das zweite 25m Becken war zum Ein- und Ausschwimmen immer freigegeben.
(Relativ) dicht an Altersklassenrekorde (AK) schwammen heran: Maya Tobehn (Jg 2002): 200 F 2:04,33 (AK 2:02,44), 200 S 2:19,75 (AK 2:18,69); Helena Hornig 50 S (Jg 2003): 50 S 29,81 Sek (AK 29,15)

Merchandising
Nicht nur Event-Shirts wurden verkauft, auch gab es Tassen zu kaufen. Ein Merchandising Stand verkaufte auch Schwimmutensilien. Alle Medaillen hatten als Aufhänger das extra für den Wettkampf angefertigte „Schlüsselband“ der Veranstaltung mit dabei. Die ersten drei Plätze der Finals erhielten immer Präsente u. a. in Form von Trinkflaschen (arena) und Platz 1 ein Arena Handtuch und einen Powerbreather.

Powerbreather beim Test bei Sportlern.

Powerbreather beim Test bei Sportlern.

Powerbreather
Die Sportler hatten 2 Tage lang die Möglichkeit, den Powerbreather von Ameo zu testen. Dazu gab es mehrere Exemplare, die, wenn man wollte, im zweiten Schwimmbecken testen konnte. Je einen Powerbreather erhielt jeweils Platz 1 der Finals über 50m.

Link:
Veranstaltungsseite

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter (Rand)Notizen, News abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.