(Rand)Notizen Junioren-WM, 26.8.2015, Tag 2 von 6

Autor: Mirko Seifert; aus Singapur berichtet Mirko Seifert

Singapur, 25. August 2015: Abs. 1 (Vorläufe, Tag 1 von 6) bei den 5. Junioren-WM. Die J-WM geht vom 25. - 30.8.2015. ***

Singapur, 25. August 2015: Final-Call Room für die Athleten. Von hier geht es direkt zum Schwimmbecken.

Das Schwimmbecken
Bahn 0 und 9 sind Sprintbahnen, Bahn 8 eine „Pace-Lane“. Die Schwimmer wurden mehrmals gebeten, nicht im Wettkampfbecken einfach nur zu trainieren. Flossen etc. sind nicht gern gesehen. Dafür steht das zweite 50m Becken zur Verfügung.
Bei den langen Strecken (800m und 1500m) gibt es, wie in Kazan zur WM, im Wasser an der 5m Markierung in Wendennähe einen elektronischen Bahnzähler in 3m Tiefe. Die Wendetafel wird zwar ausserdem benutzt, sie wird aber nur auf dem Beckenrand neben dem Startblock in eine Ablage gestellt. Die letzten beiden Bahnen werden mit einer Glocke angeläutet.
Eine 15m Tauchleine gibt es nicht. Statt dessen achten 2 Kampfrichter anhand der Markierungen auf diese wichtige Meterzahl. Dennoch liegen die Markierungen nicht perfekt übereinander.

„Fotografen-Geschwafel“
Ein Briefing gibt es nicht. Es gibt eine Art Media Centre, dass sind 10 Tische mit je 2 Plätzen ungesichert auf der Tribüne aufgestellt. Das Internet ist mit Kabeln aber schnell. Dennoch gab es zu Beginn keine richtigen Ansprechpartner für die Fotografen. Einen „Abstellraum“ gibt es nicht, statt dessen steht meine Technik im Raum der Swimming Association Singapur. Die FINA hat 2 offizielle Fotografen beauftragt. Der eine davon, ein Italiener, war auch in Baku (dort für die LEN tätig) und bei der WM in Kazan. Alle anderen Gesichter sind für mich neu.
Auf dem Pooldeck entlang der 50m Bahn kann man seine Sachen abstellen und sich frei bewegen. Nur doof, dass dort auch, an der Wand, etliche Duschen sind, die nicht abgeschaltet werden können. So kam ich unfreiwilliger Weise mit dem Rücken beim Fotografieren an einen Schalter – und schon war mein kompletter Rücken nass. Manche stellen auch ihre Technik unter diese Duschen. Der Versicherung wird’s gefallen.
Die Siegerehrungen dürfen nur die 2 Fotografen der FINA aufnehmen. Nach der Ehrung verschwinden die Sieger auch gleich im Nirgendwo, ein Runde oder zumindest eine halbe gibt es nicht. Kurzum: keine Chance Siegerehrungsfotos zu machen.
Fotowesten gibt es nicht. Statt dessen werden „All-inclusive“ Bändchen verteilt, jeden Tag neu.
Das Wettkampfbecken ist jederzeit betretbar und kann immer verlassen werden.

Singapur, 25. August 2015: Abs. 1 (Vorläufe, Tag 1 von 6) bei den 5. Junioren-WM. Die J-WM geht vom 25. - 30.8.2015. ***

Singapur, 25. August 2015: siehen aus wie „Mülleimer“, sind aber die Ablagen für die Wettkampfkleidung.

Sauberkeit wird ja in Singapur groß geschrieben. Nachdem ich meine Sachen, wie Meldeergebnis und Wasserflaschen neben meiner Technik am Becken ablegte, wollte doch tatsächlich jemand das in den Müll werfen. „Hände weg“ und es blieb liegen.
Im Finale über 200m Lagen wurde ein Spanier disqualifiziert. Das Besondere daran: seine Disqualifikation wurde nicht nur durch den Sprecher bekannt gegeben (was sonst nie passiert), es wurde auch der Grund genannt. Im Protokoll wurde der Grund nicht angegeben (Rückenstrecke nicht in Rücken beendet).
Die „Körbchenkinder“ sind alles andere als Kinder. Die Vielfalt spiegelt die Gesellschaft von Singapur wieder: alt und jung, mit und ohne Kopftuch, Frau und Mann. Alle tragen sie die „Körbchen“, die an große Wäschekörbe erinnern.
Die Zuschauer dürfen kein Speisen oder Getränke mit in die Halle bringen. Zu kaufen gibt es auch etwas, das Angebot ist aber dünn gesät. Das teuerste ist ein Hotdog für 5,50 Singapur Dollar (ca. 3,40 Euro).
Am Nachmittag gab es ein Gewitter mit Donner (aber ohne Blitze) samt Regen in der Stadt. Das kühlte die Stadt ein wenig ab und die Luftfeuchtigkeit sank „Gott sei dank“ ein wenig.

Finals
Vor Abschnittsbeginn war wieder die lustige Kamera im Einsatz. Heute „Bongo Cam“. Trommeln wurden eingeblendet und die Zuschauer, die von der TV anvisiert wurden, mussten so tun als ob sie trommeln.
Die Verbindungstüren von den Umkleiden für die Sportler zur Schwimmhalle wurden pünktlich zum jeweiligen Abschnittsbeginn verschlossen. Somit konnten die Sportler nur über die „Call-Room“ zum Wettkampfbecken gelangen.
Beim Einlauf der Teilnehmer zu den Semis/Finals steht direkt neben der TV-Kamera ein „Animateur“ der den Sportlern zu verstehen gibt, sie mögen bitte in die Kamera winken.
Es war kein einziger deutscher Teilnehmer am Start. Das Einschwimmen endete immer 15 Min. vor Abschnittsbeginn. Doch heute dauerte es noch 3 Min. eher der Letzte aus dem Wasser stieg. Das ging sonst schneller.
Bei der Siegerehrung über 200m Freistil der Männer machte ein „offizieller“ Fotograf mit dem Handy der beiden US-Amerikaner auf dem Siegerpodest noch schnell ein Foto für die Beiden.
A. Thielenhaus, deutsche Schiedsrichterin bei der Junioren-WM, führte die Siegerehrung der Männer über 100m Brust durch.

Singapur, 26. August 2015: Abs. 4 (Finals, Semis, Tag 2 von 6) bei den 5. Junioren-WM. Die J-WM geht vom 25. - 30.8.2015. ***

Singapur, 26. August 2015: Wassertemperatur und „Smog-Stufe“ werden täglich angezeigt.

Michael Andrew, Vielstarter nicht nur heute, hatte bei 200m Lagen auf der letzten Bahn keine Kraft mehr. Seine Armzüge in Freistil waren deutlich kürzer als sonst und die Zeit mit 2:06,34 Min. weit von seiner Vorlaufzeit 1:59,85 Min. entfernt. Mit dieser Zeit hätte er gewonnen. Im Finale wurde er aber nur Siebter.
Die Siegerin über 800m Freistil, Sierra Schmidt (USA) kam wieder tanzend zum Startblock. In der Mixed-Zone in der Nähe des Sprungturms wurde Sie ausgiebig interviewt.

Zahlen
Fotografen Vorläufe 9, bei den Finals 15.
Zuschauer bei den Vorläufen und Finals fast ähnlich, mind. 120 Besucher. Die Besucher sitzen auf der einen Tribünenseite, auf der anderen die Schwimmer.
Wassertemperatur: 27,2 Grad C.
PSI (Pollutant Standards Index, Luftqualitiät): 75

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