(Rand)Notizen EYOF, 28.7.2015, Tag 2, Finals

Aus Tiflis berichtet Marco Foelske

Silber für die Lagen Mixed Staffel

Tiflis, 28.6.2015: Chaos beim Finale. Das Wechseln der Anschlagmatten brachte auch nichts.

Tiflis, 28.6.2015: Chaos beim Finale. Das Wechseln der Anschlagmatten brachte auch nichts.

Tag 2 am Abend. Wäre es nicht für eine gute Silber Medaillen Plazierung fürs deutsche Nachwuchsteam gegangen, würde meine Überschrift am heutigen Schwimmfinaltag als „Der Super Gau” bezeichnet worden. Bis zum Einschwimmen sah alles noch so normal aus. Danach fings aber auch schon an. Eine Durchsage wurde gemacht; aus technischen Gründen fängt der der Finalabschnitt wenige Minuten später als geplant an. Aus den wenigen Minuten sollten es schon mal fast 10 Minuten werden. Der erste Finallauf waren die 400m Freistil der Herren, Gewinner wurde der Moldawier allerdings stand auf der Anzeigetafel eine Zeit von 3:36,98, was für alle die im Schwimmsport sich etwas auskennen eine Fabelzeit für die Jugend gewesen wäre. Angeblich gab es eine zweite Zeitkontrolle die Anzeigetafel hat die Zeit nicht gewechselt oder verbessert. Das Rennen verlief ohne Deutscher Beteiligung.

Es folgte das erste Halbfinale der Damen über 100m Freistil, wieder zeigte die Bahn 6 eine Fabelzeit von 0:38,95 an, was selbstverständlich nicht über 100m Freistil geschwommen werden konnte. Auch hier wurde die Zeit nicht berichtigt. Auf der Bahn 6 startete unsere Schwimmerin Maialen Rohrbach, sie schlug allerdings nicht in dieser Fabelzeit an, geschweige das sie in diesem Lauf als erste angeschlagen hat. Als die Damen zum zweiten Halbfinallauf kamen, wurden sie gebeten sich auf den Stühlen vor jeder ihrer Bahnen Platz zu nehmen. Nach einigen Minuten wurden sie gebeten die Startfläche wieder zu verlassen. Einige Techniker kamen auf die Startfläche und wechselten einige elektronische Wände aus. Bahn 9 ging zur Bahn 6, Bahn 5 zur Bahn 1 und das ging so weiter, bis eigentlich alle elektronischen Wände irgendwie verschoben waren. Alles schien wieder okay, inzwischen hatten wir mehr als 45 Minuten Verspätung zu verbuchen.

Für den nächsten Finallauf über 100m Rücken der Herren schwamm Josha Salchow auf Bahn 1, der übrigens bis zur Wende noch gut im Rennen lag, dann allerdings bei den letzten 25m sich in den Leinen verhetterte.
Der Erste von zwei Halbfinalen über 50m Freistil Herren lief auch okay, hier schwamm Tom Reuther in 0:24,18 mit und diesmal zeigte Anzeigetafel korrekte Zeiten für alle Schwimmer an, beim zweiten Hablfinallauf sollen angeblich alle Schwimmer über 25 Sekunden geschwommen sein, weil beim ersten Halbfinallauf 6 der 8 Schwimmer unter 25 Sekunden blieben.
Nach dem Halbfinallauf hielten es die Fans und Gäste nicht länger aus um ihren Unmut zu verstehen zu bringen. Laute Buh und Pfiffe ans Schiedsgericht waren die Folge. Der Schiedsrichter nahm das Mikrofon selbst in die Hand und entschuldige sich vor dem Athleten und dem Publikum. Alle Nationenvertreter der im zweiten Halbfinallauf geschwommen jungen Herren wurde zum Sprecher gebeten. Es wurde entschieden das das zweite 50m Freistil Halbfinale am Ende des heutigen Abends wiederholt wird. Sicher zum Unmut von einigen Schwimmern und Betreuern aber richtige Entscheidung.

Nach einer weiteren 20 minütigen Pause gings dann weiter mit dem 100m Brust Finale. Mit blossem Auge war zu sehen, daß Bahn 4, vor Bahn 5 und Bahn 3 gewann, gejubelt hat dann aber der Pole auf Bahn 2 weil seine Zeit an der Anzeigetafel als die Zweitschnellste Zeit angezeigt wurde. Das Jubeln endete nicht, auch als er aus dem Wasser stieg. Bei der späteren Siegerehrung gab es einen Gewinner und zwei zweite Plätze, allerdings war der Pole nicht einer von ihnen.
Beim nachfolgenden 100m Rücken Finale der Damen war die Anzeigetafel ausgeschaltet und man musste sich auf sein Auge verlassen wer gewann. Hier gewann die Russin vor der Slowenin, in der Mixed Lagenstaffel war es umgedreht. Hier schlug die Slowenin, vor der Russin an.
Das Publikum nahm das mit der abgeschalteten Anzeigetafel hin, alle so das endlich die richtigen Zeiten elektronisch gemessen wurden. Es gab keine Handzeitnahme. Ich habe keine Person am Beckenrand gesehen der eine Stoppuhr benutzt hat, Trainer und Betreuer auf der Tribüne ja. Bei den folgenden zwei Einzelfinalläufen den 100m Schmetterling der Herren genauso wie bei den 800m Freistil der Damen musste man sich aufs Auge verlassen und keine Zeit wurde mitgeteilt. Die letzten 100m wurden mit einer Pfeife angepfiffen, die Bahnenzähler wurde auf der gewünschten Seite weit über der Wasseroberfläche gehalten. In Beiden Fällen war auch hier die Anzeigetafel ausgeschaltet.
Krönender Abschluss aus Deutscher Sicht war die 4 x 100m Lagen Mixed Staffel. In derselben Besetzung wie am Vormittag ging die Deutsche Jugendnationalmannschaft an den Start – Yara Sophie Hierath – Rücken, Philipp Andre Brandt – Brust, Johannes Hintze – Schmetterling und Emily Charlotte Feldvoss – Freistil. Es gibt einen Englischen Spruch: „Never change a winning horse”. Genauso haben es die DSV Trainer entschieden. Alles richtig gemacht! Die Spanische Staffel war eigentlich Zweitplaziert allerdings hatte der Brustschwimmer zwei Delphin Kicks nach der Wände ausgeführt und wurde somit disqualifiziert.

Was lernen wir aus dem heutigen Finalabend. Der erste Erfolgreich ausgeführte Abend (gestern) macht aus dem Organisationsteam noch keine Weltmeister. Heute ging so alles schief was passieren kann. Jeder bessere internationale Wettkampf wäre besser organisiert worden als der heutige Abend bei der EYOF. Schade, aber da sieht man wo und an welchen elektronischen Komponenten gespart wurde. Man kann den Asiaten viel überlassen aber wenn’s um Präzision und Erfahrung geht, sind die Schweizer die Experten – koste es was es wolle!

Weiteres drum herum. Zu den Finalwettkämpfen wechselte das Kampfgericht von leicht grünem Polohemden zu einem dunkelgrünem Polohemd. Heute wurden von den Voluntieren, dem Kampfgericht, Fotografen ? und Journalisten Wasserflaschen angeboten. Die Sonnenschirme waren heute Abend am richtigen Platz, Gäste und Athleten saßen wieder nur auf einer Seite der Tribüne. Ich habe keine VIP auf der Tribüne sitzen sehen. Die Strömung im Becken ist angeschaltet, wer also auf den Aussenbahnen schwimmt könnte das Nachsehen haben. Sowohl bei den Vorläufen als auch bei den Endläufen werden immer nur 8 der 10 Bahnen benutzt. Heute vormittag wurde die Teilnehmer nicht aufgerufen, heute Abend selbstverständlich. Bei der Staffelmannschaftsaufrufung wurden die Nationen und Bahnen verwechselt. Der Einlasser der Teams und das Publikum hatten es gemerkt aber nicht die Schiedsrichter und Ansager. Die Ansager haben mit dem Schwimmsport wenig zu tun und haben generell kein Sportveranstaltungsverständnis.
Es gab erstmalig zwei gleiche Nationen auf dem Podium. Beim 800m Freistilrennen gewannen die Ungarn Platz 1 und Platz 2, die Iren auf Platz 3 weinte während der gesamten Siegerehrung, sie nahm sicherlich an, das sie zweite geworden ist. Welche Regulierung hier angewendet wurde ist mir unklar, mache mich aber morgen beim Schiedsrichter schlau darüber.
Zwischenzeitlich habe ich auch heute den Turnern mal über die Schulter geschaut und konnte mich bei zwei Volleyballspielen einsehen. Bin also um mich etwas abzukühlen in die benachbarte Gymnastikhalle und dem Volleyball Zentrum gegangen. Alles in allem ein sehr erlebnisreicher Tag mit vielen Fragezeichen warum man solche Spiele an Länder verteilt die einfach viel zu wenig von Großveranstaltungen verstehen. Sie lernen aber solche Großveranstaltungen sind nicht zum Lernen gemacht. Gute Nacht bis morgen!

Ergebnisse, Vorläufe
Maialen Rohrbach, 100 F Platz 8
Daniel Pinneker, 400 F Platz 12
Tom Reuthe, 50 F Platz 20
Sarah Wendt, 100 F Platz 23
4×100 Lagen Mixed, Platz 2, mit Yara Sophie Hierath, Philipp Andre Brandt, Johannes Hintze, Emily Feldvoss

Links:
Bilder Vorläufe Tag 2, 28.7.2015
Bilder Finale Tag 2, 28.7.2015

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