Daniela Schulte holt WM-Silber

Autor: Reinhard Tank

Berlin, 14. Juli 2015, behinderten-sportverband berlin
Die erste Medaille für Deutschland holt bei der Schwimm-Weltmeisterschaft im schottischen Glasgow Daniela Schulte vom Berliner Schwimmteam. In 1:11.33 muss sie sich über die 100m Freistil nur der Neuseeländerin Mary Fischer geschlagen geben. Denise Grahl, die ebenfalls für das Berliner Schwimmteam startet, hatte kurz zuvor Platz 5 über die 100m Freistil in der Startklasse S7 geholt.

Die Weltmeisterschaft hat begonnen – und damit gut ein Jahr vor den Paralympics eine echte Standortbestimmung für Deutschlands Schwimmerinnen und Schwimmer. Noch bis zum 19. Juli 2015 kämpft das zwölfköpfige Team von Bundestrainerin Ute Schinkitz um gute Zeiten und Medaillen. Das große Ziel: Bestleistungen zum Jahreshöhepunkt. „Es geht darum, am Wettkampftag der WM auf den Punkt fit zu sein, und die persönlichen Zeiten zu verbessern, um damit auch die individuelle Entwicklung zu unterstreichen“, betont Schinkitz und fügt an: „Wir wollen mit Bestleistungen überzeugen. Wenn andere dann noch schneller sind, müssen wir es akzeptieren.“

Vom Berliner Schwimmteam gehen in Glasgow vier Schwimmerinnen und ein Schwimmer an den Start. Als größte Medaillenhoffnung hat Daniela Schulte am ersten Wettkampftag eine Silbermedaille über 100m Freistil geholt. Schon bei den Landesmeisterschaften Berlin-Brandenburg Mitte Juni trumpfte sie mit einem neuen Weltrekord über 200m Freistil auf, und knackte damit ihre alte Bestzeit aus dem Jahr 2012 – trotz hartnäckiger Schulterprobleme in den vergangenen gut anderthalb Jahren. „Ich habe viel ausprobiert, um es in den Griff zu bekommen. Aber es hat sich sehr lange hingezogen“, sagt Schulte und schiebt hinterher: „Jetzt sieht es allerdings so aus, dass ich wieder auf dem richtigen Weg bin. Ich hoffe, dass es weiter bergauf für mich geht.“

Auf folgenden Strecken wird das Berliner Schwimmteam um Plätze auf dem Siegerpodest kämpfen:
Denise Grahl: 50m und 100m Freistil sowie 50m Schmetterling
Niels Grunenberg: 100m Brust
Verena Schott: 100m Brust und 200m Lagen
Daniela Schulte: 100 und 400m Freistil, 100m Rücken und 200m Lagen
Emely Telle: 200m Lagen, 100m Brust und 50m Freistil.

Nachwuchshoffnung Emely Telle, 2013 bei ihrer WM-Premiere direkt mit Silbermedaille im Gepäck zurückgereist, ist mit Knieproblemen angeschlagen. Niels Grunenberg hat nach fünfwöchiger Verletzungspause im Frühjahr noch Trainingsrückstand. Verena Schott, Paralympics-Zweite in London 2012, ist erst vor wenigen Monaten zum zweiten Mal Mutter geworden, dafür aber schon wieder erstaunlich gut in Form.

Daniela Schulte erklärte gegenüber dem DBS. „Ich möchte bei der WM noch schneller sein, und auf meinen Hauptstrecken 400m Freistil und 200m Lagen auch eine Medaille holen. Mal schauen, welche Farbe dann dabei herauskommt.“

Zum Abschneiden des Berliner Schwimmteams meint Trainer Matthias Ulm: „Wir werden, von Montag bis Sonntag, unser Bestes geben, damit der Traum wahr wird, mit mehreren Medaillen nach Hause zu reisen. Alle Sportler haben eine Chance dazu. Wir haben auch in dieser Saison sehr konzentriert gearbeitet, haben schon viele Bestleistungen aufgestellt und uns auf diesen Wettkampf vorbereitet, um uns nun der starken Konkurrenz zu stellen.“

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) berichtet auf seiner Online-Präsenz www.deutsche-paralympische-mannschaft.de und auf dem DOSB-Sportsender www.sportdeutschland.tv live von der Schwimm-WM. (Quellen: DBS und IPC)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Handicap, News abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.