Baku 2015

baku_2015_logo_400pixelAutor: René Asmus

Die ersten Europäischen Spiele sind vorbei und somit möchte ich nochmal einen kurzen Blick darauf werfen, wie es von außen gesehen gelaufen ist.
Zum Schwimmen werde ich nicht viel sagen, da hat unser Bundestrainer Henning Lambertz schon ein gutes Fazit gegeben. Allerdings war für mich persönlich die Stärke Großbritanniens keine Überraschung, was vielleicht daran liegt, dass ich Bekannte in GB habe, die im Schwimmsport aktiv sind. In Zukunft dürfte Russland weiterhin dominierend stark und Großbritannien ein ernstzunehmender Konkurrent um die Position dahinter sein. Zudem finde ich die Aussage „Bei uns haben vor allem starke Einzelleistungen den Ausschlag gegeben…“ etwas merkwürdig, schließlich ist ja Schwimmen ein Einzelsport. Wenn er aber meint, dass wir im Vergleich zu Russland und Großbritannien nur wenige siegfähige Sportler hatten, sprich nicht so stark in der Breite waren, dann trifft die Aussage wohl zu.

Was lief sonst noch so in Baku? Die Berichterstattung im Internet war sehr gut gemacht. Der Youtube-Kanal zeigte immer (englisches) Livebild in hervorragender Qualität, und wenn man etwas verpasst hat, konnte man es im Relive, per Zusammenfassung oder im Einzelvideo nachholen, tolle Sache. Die Sportanlagen machten auch einiges her und die allgemeine Organisation lief wohl auch sehr gut. Es gab fast immer was zu sehen. Wie es im deutschen Fernsehen war, weiß ich nicht, da ich das dafür notwendige Gerät kaum noch nutze.
Aber es gibt halt immer noch etwas Negatives zu berichten, oder in diesem Fall zu beobachten. Die einheimische Zuschauerschaft kam mir zu einseitig für ein kontinentales Multi-Sport-Event rüber. Wenn Aserbaidschanische Sportler antraten war mächtig Stimmung in der Bude. War dies nicht der Fall, hatte man das Gefühl als gäbe es keine Zuschauer. Ein Beispiel aus einer der Kampfsportarten – stehen sich Olympiasieger und Weltmeister der Gewichtsklasse gegenüber, garantiert ein spannendes und technisch hochversiertes Duell, welches die Zuschauer von den Sitzen reißen sollte. Aber was macht das Publikum? Verlässt die Halle zum Mittagessen noch bevor es begonnen hat und der Kampf findet vor knapp 100 Zuschauern statt – ist ja kein einheimischer Sportler dran. Das ist dann doch sehr mau für eine Stadt, die gerne Olympische Spiele ausrichten möchte. London 2012 hat da eindrucksvoll gezeigt, dass sportliche Leistung auch ohne Publikumsliebling lautstark honoriert werden kann.

Fragt sich noch, ob die Europäischen Spiele wirklich Sinn machen. Meiner Meinung nach schon, denn so kann man die Umgebung des Events nutzen, um Olympische Atmosphäre kennen zu lernen. Gerade Sportler, die im folgenden Jahr bei Olympia teilnehmen können, ist eine solche Erfahrung eine Menge wert. Zudem könnten verschiedene Sportarten ihre kontinentalen Wettbewerbe darin integrieren und eventuell Kosten sparen, so wie es beispielsweise bei Judo war.
Ich jedenfalls habe Baku 2015 mit viel Interesse verfolgt und freue mich, dass Deutschland auch mehr als nur Fußball kann. Bleibt nur zu hoffen, dass dies auch andere „wichtigere“ Menschen erkennen.

Link: http://www.baku2015.com/

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