Baku 2015 Schwimmen – Auswertungen

Autor: Mirko Seifert

Das Zeit-Niveau der Sieger war zu über 50 % unter dem vom letzten Jahr in Dordrecht. Das zeigt die folgende Tabelle: JEM2015-Siegerzeitenvergleich. Bei den Männern lagen die Zeiten 8x unter den von 2014, bei den Frauen waren die Sieger 10x schneller als 2014.
Besonders stark bei den Männern waren die Russen in Brust. Die Zeiten waren erheblich schneller als 2014. Schwach dagegen der gesamte Freistilbereich. Über 100m Freistil schwamm gerade ein Athlet unter 50 Sekunden. Die Plätze 2 bis 8 „quetschten“ sich in die 50 Sekundenzone. Das man nicht überheblich sein sollte zeigte die Tatsache, dass der 100m Schmetterlings-Sieger Daniil Pakhomov (Russland) im Vorlauf und Seminfinale mit Abstand die beste Zeit schwamm – jeweils Junioren-Weltrekord. Im Finale dann war er nur 4/100 schneller als Platz 2. Er war sich vor dem Start auf dem Startblock schon so sicher.

Die Sieger-Frauen waren auch in Brust immer besser als 2014 – aber nicht so dominant wie die Männer. Schon erheblich schneller als 2014 waren die „Golden-Girls“ über die 50m bis 400m Strecken. Schwach dagegen alle Rückenstrecken.

Rang 3 in der Medaillen-Wertung sprang am Ende für Deutschland heraus: 13 Medaillen mit 3x Gold, 4x Silber und 6x Bronze. Es gewann Russland mit 23x Gold, 7x Silber, 12x Bronze vor Großbritannien mit 7x Gold, 7x Silber, 9x Bronze.
Die 3 goldenen Sportler aus Deutschland waren Paul Hentschel über 400m Freistil, Julia Mrozinski über 200m Schmetterling und Maxine Wolters über 200m Lagen.

Wie üblich erhalten auch die Teilnehmer der Staffel eine Auszeichnung, die nur im Vorlauf mitschwammen. Für Deutschland betrifft das Thore Bermel und Alexander Lohmar in der 4x200m Freistilstaffel, Hana van Loock in der 4x100m Freistil Mixedstaffel und 4x100m Lagen Mixedstaffel, Laura Kelsch und Marek Ulrich in 4x100m Lagen mixed.

Das Protokoll listet auch die Rekorde auf, die bei dieser Veranstaltung geschwommen wurden. Da es die erste Europa-Spiele waren und vorher keine Zeiten existierten (aber auch keine Zielzeiten seitens der LEN aufgestellt wurden) gab es nicht weniger als 7 A4 Seiten Rekorde. Jede Strecken, die geschwommen wurde, hatte einen Rekord zu vermelden. Insgesamt wurden 7 Junioren-Weltrekorde und 185 Games Records aufgestellt.

21 Disqualifikationen gab es. Der Grund wurde weder über den Hallensprecher angesagt noch im Protokoll beschrieben.
Die ganze Woche über lagen die Tageshöchstswerte bei über + 30 Grad C., der wärmste Tag war der 24.6. (Mi) mit + 36 Grad C.
Die 10 Abschnitte begannen jeweils um 09.30 Uhr mit den Vorläufen und gingen um 17.30 Uhr mit den Finals/Semifinals weiter. Der erste Abschnitt war dann auch der längste: 09.30 – 12.54 Uhr.

Laut dem Bericht von Hawo (www.dsv.de, Tag 9) stiegen die deutschen Schwimmer 214 ins Wasser und schwammen dabei 83 Bestzeiten. Hawo machte 145 Video-Rennanalysen. Die meisten Starts (Einzel/Staffel) hatten Maxine Wolters und Katrin Gottwald mit jeweils 14.

Der Chef-Bundestrainer Schwimmen im DSV Henning Lambertz zum Abschneiden der Schwimmer in Baku in einer Mitteilung des DSV:
„Bei uns haben vor allem starke Einzelleistungen den Ausschlag gegeben: Maxine Wolters, Julia Mrozinski und Paul Hentschel waren mit Gold herausragend. Es ist ein gutes Ergebnis, aber mit Blick auf 2020 und 2024 müssen wir uns gerade in der Breite noch verbessern, um an Länder wie Großbritannien ranzukommen“. … „Mit unseren 13 Medaillen liegen wir vor Nationen wie Frankreich und Österreich auf einem guten dritten Platz. Aber Russland mit insgesamt 42 Medaillen, davon 23 Mal Gold, ist schon eine Klasse für sich. Großbritannien hat mich mit 23 Medaillen überrascht. Das ist definitiv ein Resultat der starken und sehr guten Förderung des Sports in Großbritannien.“

Eine Anmerkung zu Großbritannien. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit dem Fotografen für Großbritannien über das englische Schwimmen zu unterhalten. 2015 fanden die Britischen Meisterschaften zum ersten Mal im Olympiabecken von London statt. Doch das Fernsehen war nicht mit dabei – seit vielen Jahren gab es keine Kamera in der Schwimmhalle. Pech für sie, schwamm doch Adam Peaty Weltrekord über 100m Brust.

Links: ausführliche Auswertungen aller deutschen Teilnehmer und Zeitenvergleich JEM Platz 1 2014-2015
Zeiten und Platzierungen deutscher Schwimmer 2015: JEM2015-Zeitauswertung-DE
Zeitenvergleich JEM Platz 1 2014 – 2015: JEM2015-Siegerzeitenvergleich

Bilder Abschnitt 1: http://www.mirkoseifert.de/veranstaltung/id/1818
Bilder Abschnitt 2: http://www.mirkoseifert.de/veranstaltung/id/1819

Weitere Bilder folgen in den nächsten Tagen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Baku, News veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.