(Rand)Notizen Baku 2015, 26.6., JEM

Baku, 26. Juni 2015: das kleine Unterstützerteam aus Deutschland.

Baku, 26. Juni 2015: das kleine Unterstützerteam aus Deutschland.

Autor: Mirko Seifert

Vorläufe
Die Vorläufe starten immer 09.30 Uhr. Um 08.40 Uhr gab es online als auch ausgedruckt noch kein Meldeergebnis für die Staffeln. Im gedruckten Meldeergbnis gab es auch die Hälfte der Läufe über 100 S (m) nicht.
13 Fotografen waren am Pool anwesend.
Ein Russe stellte über 100m Schmetterling mit 52,25 Sek. den zweiten Junioren-Weltrekord auf. In den Startlisten werden nur Welt/Europarekorde (offene Klasse) und Junioren-Weltrekorde aufgezählt. Auch bei der Anzeige gibt es nur diese Angaben. Die Zwischenzeiten des führenden werden immer im Verhältnis zum Weltrekord (offene Klasse) gesetzt. Somit orientieren sich diese Europa-Spiele an den Weltmeisterschaften und nicht an den Junioren-EM.
Die Anzeigetafel zeigt zwar keine Wettkampfnummer, dafür andere nützliche Zahlen:
Bei den langen Strecken (ab 800m) werden die noch zu schwimmenden Bahnen; die Staffelteilnehmer werden alle mit Namen angezeigt (wer gerade schwimmt) und auch seine geschwommene Einzelzeit wird mit aufgeführt. Die Reaktionszeit wird angezeigt – das können auch andere Scoreboards. Aber hier erscheint hinter der Zeit noch ein grüner Balken der visualisiert, wie gut diese Zeit war.

Finals
Keine Aufkleber: bei den JEM in den letzten Jahren gab es zu den Finals (nicht Semifinals) immer LEN Aufkleber, die auf die Brust geklebt werden mussten. Erst nach dem Aufruf des Sportlers durften diese abgemacht werden. Dieses Jahr gibt es keine Aufkleber.

Startabbruch: das erste Semifinale über 200m Freistil (m) mussten wegen klatschenden Zuschauern abgebrochen und wiederholt werden.

Marrit Steenbergen (Niederlande) hat noch Potential beim Start. Sie klebt förmlich auf dem Block, springt spät ab und die Flugphase ist auch nicht optimal. Stellt sie diese Schwäche ab, kann sie locker unter 25 Sek. unter 50m Freistil bleiben. Sie ist Jahrgang 2000.

13 Fotografen waren am Pool unterwegs.

Zum ersten Mal gab es zeitgleiche Medaillenplätze. So geschehen bei den Frauen über 100m Schmetterling, zweimal Platz 3.

Nach Abschluss aller Siegerehrungen gab es noch ein Ausschwimmen über 100m Brust (w).

Splitter
Heute morgen war es bedeckt, aber warm. Ausserdem fielen ein paar Regentropfen.
Wladimir Salnikow (Russland), einstiger 800m und 1500m Freistil Weltklasse-Schwimmer, ist auch ein LEN-Member. Er war heute mal im Media Workroom und suchte sein Team auf.
Die Sponsoren der Baku-Games sind: Azal, bp, Coca Cola, Kapital Bank, nar, P&G, Socar und Tissot.

European Games sind keine Junioren-EM
Mich interessierte, warum in den Schwimmprotokollen keine Junioren-Europa-Rekorde (JR) bei dieser Veranstaltung gelistet sind. Stattdessen werden WR, ER, Junioren-WR und European Games Records aufgezeigt. Die Antwort von Tissot (Zeitnehmer und Auswerter) ist, dass dieser Wettkampf keine Junioren-EM ist. Es sind die European Games.
Die LEN, der europäische Schwimmverband, könne zwar im Nachhinein Zeiten und Sieger als Junioren-EM auflisten, aktuell und für’s „Protokoll“ ändert das aber nicht. Es werden die ‚European Games Champion‘ gekürt respektive die Platzierten. Damit finden im Jahr 2015 seit über 40 Jahren keine Junioren-EM statt.

Spidercam
Die fliegende Kamera über den Aktiven ist mit Seilen gespannt. Jede dieser 4 Rollen hat eine Seillänge von 250m und kann eine Belastung mit 1.200 kg aushalten. Die Kamera/Hardware stammt aus Hamburg. Hauptsächlich wird das Equipment bei Fußballveranstaltungen eingesetzt. In Deutschland habe ich das bei Schwimmveranstaltungen noch nicht gesehen.
Die max. Geschwindigkeit beträgt 9m/Sek.; der Aufbau dauert in dieser Schwimmhalle 2 Tage. Auch beim Synchronschwimmen wurde das Teil eingesetzt. Die Fotolinse soll 4,5mm betragen. Per Glasfaserkabel gelangt das Signal zur Regie, wo es mit den anderen Kamerasignalen synchronisiert wird. Die Kamera wird von 2 Leuten bedient: 1 ist zuständig für die Bewegung (Position über den Athleten), der andere für Kamera (Zoom und drehen). Das Steuerungspult hat zwar Monitore für die Kontrolle, dennoch schauen sie auch optisch auf die Kamera und lenken sie damit.
In der Schwimmhalle gibt es 2 Scoreboards, die überdimensionalen Monitoren ähneln. Ein Kontaktperson für die technischen Einzelheiten konnte ich leider nicht finden. Auf Monitor 1 läuft das Bild der Kameras, auf Monitor 2 die Ergebnisse. Die Bild was die Zuschauer in Halle sehen ist nicht immer identisch mit dem TV-Bild im Fernsehen.

TV Kameras
10 TV Kameras sind in der Schwimmhalle installiert: 4 feste große Kameras, 1 große Kamera an der Wendeseite, 1 Unterwasserkamera auf Bahn 0, 1 Spidercam unter dem Dach, 2 mobile und 1 schwenkbare für Wasser/Luftaufnahmen.
Die TV-Leute sind aus Spanien und haben alle grüne Shirts an. Wir fahren jeden Tag morgens und abends im Bus von und zum Media Village. Ihre Lieblingsbeschäftigung im Bus ist viel reden und essen.

Nahrung im Media Village
Die Presse ist im Media Village untergebracht. Gleich nebenan, Tür an Tür, das Athletendorf. Alles streng bewacht und mit hohen Zäunen umgeben. Ein Wechsel von Village zum Dorf ist nicht möglich, die Akkreditierung entscheidet, wo man rein darf.
Im Media Village gibt es folgendes zu Essen (im 2. Stock gibt es noch eine Bar, dort gibt es auch Bier (ca. 3 Euro), in meinem Zimmerpreis war Frühstück inklusive):

Frühstück (05.30 – 11.00 Uhr)
Cornflakes und Milch 2 AZN
Brot, Schrippen 1 AZN
Yoghurt/Früchte 1 AZN
English Breakfast 6 AZN
Kaffee 2 AZN
Cola, Sprite, Fanta 1 AZN

Mittag
Wird nicht angeboten.

Abendbrot (17.00 – 24.00 Uhr)
Brot 1 AZN
Suppe 3 AZN
Hauptgericht 10 AZN
Pizza oder Pasta 8 AZN
Reis und Beilage 8 AZN
Salat 3 AZN
Dessert 3 AZN
Kaffee 2 AZN
Tea 2 AZN
Cola, Sprite, Fanta 1 AZN

‚Welcome Bag‘
Zur Begrüßung gab es im Media Village ein „welcome bag“, dieser bestand aus einem Baku-Rucksack, Zahncreme/Seide/Bürste, Haarwaschmittel, 3 Baku-Pins, Trockenrasierer, einen Armreifen Baku und ein dickes Notizbuch.
Das Informationszentrum ist rund um die Uhr mit etlichen Leuten besetzt, Infomaterial über die Stadt gibt es zu genüge.
Ein medizinische Betreuung ist rund um die Uhr gewährleistet. Einen Wäscheservice gibt es auch. Trinkwasserflaschen (0,5 l) werden überall kostenlos verteilt.

Bilder vom Wettkampf gibt es hier:
http://www.mirkoseifert.de/veranstaltung/id/1817/

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